Der schnellste Weg, unter der Woche leere Tische zu füllen, ist ein klarer Grund zum Kommen — mit festem Preis und fester Uhrzeit. Ein Mittagstisch für die Büros nebenan, ein Arbeitsplatz-Angebot für den toten Nachmittag. Du brauchst dafür kein Werbebudget, sondern ein paar kleine Änderungen an deinem normalen Ablauf.

TL;DR

  • Mach einen Mittagstisch mit festem Preis: Suppe plus halbes Sandwich für 9,90 €, Tagesgericht 11,50 bis 14,90 €.
  • Hol dir Homeoffice-Gäste in den Nachmittag — Arbeitsplatz-Angebot 9,90 € mit Kaffee-Flatrate.
  • Offenes Gäste-WLAN ist seit 2017 rechtlich unproblematisch. Kein Login-Portal nötig.
  • Ein günstiges Wochen-Event, zum Beispiel ein Kneipenquiz, füllt einen ganzen Abend.
  • Happy Hour funktioniert — aber § 6 GastG und § 7 PAngV musst du kennen.
  • Lieferplattformen sind ein Auslastungsfüller für den Dienstag, kein Hauptkanal.

Warum bleiben die Tische dienstags und mittwochs leer?

Dienstag und Mittwoch sind fast überall die zähesten Tage. Die Leute stecken im Job, das Geld wird fürs Wochenende zusammengehalten, und abends bleibt man daheim. Aber — und das ist der Punkt — es laufen trotzdem den ganzen Tag Menschen an deiner Tür vorbei. Sie suchen ein Mittagessen, einen Kaffee oder einfach eine Stunde raus aus dem Büro.

Du musst also niemanden überreden. Du musst nur die einfachste Wahl sein.

Wirte, die ihr Mittagsangebot mit Preis groß nach draußen schreiben, berichten fast alle vom gleichen Effekt: Der Mittag zieht spürbar an. Eine belastbare Zahl dafür kenne ich nicht, und wer dir eine nennt, hat sie meistens geraten. Aber eine Kreidetafel kostet dich fast nichts — probier's aus und zähl selbst.

Ein Hinweis am Rande: Ein Kundenstopper auf dem Gehweg braucht in vielen Städten eine Sondernutzungserlaubnis. Kurz beim Ordnungsamt anrufen, das kostet meist ein paar Euro im Monat und erspart dir Ärger.

Wie hole ich die Bürogäste rein? Mit einem echten Mittagstisch

Der günstigste Weg zu Bürogästen ist ein schneller Mittagstisch mit festem Preis. Bürogäste haben 30 bis 45 Minuten. Wenn sie wissen, dass sie bei dir essen und pünktlich zurück am Schreibtisch sind, kommen sie zu dir.

Wichtig ist das Wort selbst. Der deutsche Bürogast sucht nach Mittagstisch — nicht nach "Lunch Special". Schreib es aufs Schild, auf die Website, ins Google-Profil. "Tagesgericht", "Mittagsangebot" und "Business Lunch" sind die Nebenformen, die du zusätzlich streuen kannst.

Ein Wirt aus einer Kleinstadt hat letztes Jahr genau das gemacht: Suppe plus halbes Sandwich für 9,90 €, nur dienstags und mittwochs, in unter zehn Minuten am Tisch. Aus seiner tröpfelnden Mittagszeit wurde die vollste Stunde der Woche.

Und schreib den Preis immer dazu. Nach § 7 PAngV muss jede Tagesempfehlung mit Endpreis im Preisverzeichnis stehen — auch auf der Kreidetafel.

Wie erfährt das Nachbarbüro davon?

Ohne Anzeigen. Druck ein paar einfache Zettel und geh damit selbst rüber — in die Büros, die Praxis, den Laden nebenan. Gib sie am Empfang ab und sag einen Satz dazu:

"Wir sind zwei Häuser weiter. Wer seinen Firmenausweis zeigt, bekommt den Mittagstisch 1 € günstiger."

Das funktioniert in Deutschland besser als jede Anzeige, weil es konkret ist, nach Nachbarschaft klingt und der Empfang es an die ganze Belegschaft weitergibt. Leg noch ein paar Zettel dort liegen und tausch sie alle paar Wochen aus.

So schneiden die typischen Mittagsangebote ab:

MittagsangebotWarum es funktioniertWas es dich kostet
Suppe + halbes Sandwich, 9,90 €Schnell, sättigt, passt locker in eine halbe Stunde.Gering, gut vorzubereiten
Tagesgericht, 11,50 bis 14,90 €Der Klassiker. Genau danach wird gesucht.Mittel, aber gut planbar
Suppe des TagesWärmt, wirkt hausgemacht, extrem günstig in der Küche.Sehr gering
Kaffee zum Mittagstisch dazuKleine Geste, an die sich Gäste erinnern.Fast nichts

Wie hole ich Homeoffice-Gäste an die leeren Tische am Nachmittag?

Zwischen 14 und 17 Uhr steht dein Laden meistens leer. Genau in dieser Zeit suchen Homeoffice-Leute einen Ort, an dem sie zwei Stunden arbeiten können, ohne sich schlecht zu fühlen.

Mach daraus ein klares Angebot: Arbeitsplatz für 9,90 € — Tisch, Steckdose, WLAN und Kaffee-Flatrate. Kein Wischiwaschi, kein "Sie dürfen gern bleiben". Ein Preis, eine Zeit, ein Platz.

Eine Café-Chefin hat mir mal gesagt, sie habe Laptop-Gäste früher gehasst. Bis ihr auffiel, dass der Laden nachmittags sowieso leer war. Seitdem gibt es bei ihr den "Arbeitsnachmittag". Wie viel das genau bringt, kann ich dir nicht seriös sagen — aber das Muster ist immer dasselbe: Wer drei Stunden bleibt, bestellt irgendwann etwas zu essen. Und manche sitzen um 18 Uhr noch da und bleiben zum Abendessen.

Kleine Regeln helfen beiden Seiten. Sag klar, ab wann Telefonate an den Nebentisch gehören, und ob du zur Abendzeit die Tische brauchst. Gäste halten sich daran, wenn sie es vorher wissen.

Muss ich Angst vor offenem Gäste-WLAN haben?

Nein. Und das ist wichtig, weil viele Wirte hier noch mit einer alten Sorge im Kopf herumlaufen.

Die Störerhaftung ist seit 2017 abgeschafft. Das Provider-Privileg für WLAN-Anbieter steht heute in § 8 DDG: Wer nur den Zugang bereitstellt, haftet nicht für das, was Gäste damit machen. Du brauchst also:

  • kein Login-Portal,
  • keine Registrierung mit Namen oder E-Mail,
  • keine Personalausweisnummer,
  • keine Liste, wer wann online war.

In seltenen Fällen kann ein Rechteinhaber verlangen, dass eine bestimmte Seite gesperrt wird. Abmahnkosten und Schadenersatz sind aber vom Tisch. Wenn dich das Thema trotzdem nervös macht, frag deinen Anbieter nach einem Gastnetz, das vom Kassennetz getrennt läuft — das ist ohnehin die bessere Technik.

Praktisch heißt das: Passwort groß auf ein Kärtchen am Tisch, fertig. Ein WLAN, in das man sich in fünf Sekunden einwählt, bleibt im Kopf.

Wie hilft eine Happy Hour am leeren Nachmittag?

Zwischen 16 und 18 Uhr kommen die Leute vom Feierabend. Eine kleine Happy Hour holt genau die rein: ein Getränk, ein paar Kleinigkeiten zu essen — und mit etwas Glück bleiben sie zum Abendessen.

Aus der Praxis: Wer früh am Abend ein wirklich gutes Essensangebot macht, hält die Gäste länger. Sie kommen für einen günstigen Snack, reden eine Stunde, und dann kommt der Hunger zurück. Fang klein an. Du musst nicht die halbe Karte rabattieren — zwei, drei Positionen mit günstigem Wareneinsatz reichen.

Und wenn du sowieso einen Abend füllen willst: Ein Kneipenquiz am Mittwoch kostet dich einen Moderator, ein Mikro und ein paar Fragen. Feste Uhrzeit, feste Wochen, Anmeldung per Tisch. Das ist das billigste Event, das es gibt.

Was du bei einer Happy Hour rechtlich beachten musst

Hier gibt es zwei deutsche Regeln, die viele nicht auf dem Schirm haben:

1. Das Apfelsaftgesetz (§ 6 GastG). Wenn du Alkohol ausschenkst, muss mindestens ein alkoholfreies Getränk pro Liter gerechnet günstiger oder gleich teuer sein wie das billigste alkoholische Getränk. Beispiel: Kostet 0,5 l Bier 3,00 €, sind das 6,00 € pro Liter. Dann darf ein alkoholfreies Getränk höchstens 6,00 € pro Liter kosten — bei 0,3 l also maximal 1,80 €. Wenn deine Happy Hour das Bier billiger macht, rutscht dieser Vergleichswert mit runter. Rechne das durch, bevor du das Schild raushängst.

2. Flatrate-Angebote auf Alkohol. "Alles, was du trinken kannst" für einen Festpreis ist in mehreren Bundesländern verboten. Das ist Landesrecht und nicht überall gleich — frag kurz beim Ordnungsamt oder bei der Behörde, die deine Gaststättenerlaubnis ausgestellt hat.

Dazu kommt § 7 PAngV: Auch das Happy-Hour-Angebot gehört mit Endpreis ins Preisverzeichnis. Ein Zettel mit "Happy Hour 16–18 Uhr" ohne Preise reicht nicht.

Geht Happy Hour auch ohne Alkohol?

Klar. Mach eine "Kaffee-und-Kuchen-Stunde": Wer einen Kaffee bestellt, bekommt das Stück Kuchen zum halben Preis. Oder eine "Snackzeit" mit kleinen Tellern für ein paar Euro.

Familien nach der Schule lieben so etwas — und die kommen zu einer Uhrzeit, zu der dein Laden sonst leer ist.

Lohnt sich Lieferung nur an den schwachen Tagen?

An ruhigen Tagen die Lieferung anzuschalten, hält die Küche beschäftigt, während der Gastraum leer ist. Besser, dein Küchenteam kocht, als dass es dasteht.

Aber sei ehrlich mit der Rechnung. In Deutschland dominiert Lieferando — und nimmt je nach Vertrag 13 bis 30 % Provision. Wolt und Uber Eats sind regional stark, vor allem in großen Städten. Die margenstärkste Variante bleibt deine eigene Bestellseite, wo du null Provision zahlst und die Gästedaten selbst hast.

Rechne es einmal für dich durch: Bei 30 % Provision bleiben von 100 € Bestellwert rund 70 € — und davon gehen noch Umsatzsteuer, Verpackung und Wareneinsatz ab. Deshalb ist die Plattform als Auslastungsfüller am Dienstag sinnvoll und als Hauptkanal selten. Nimm die Bestellungen, wenn die Küche ohnehin steht. Bau daneben deinen eigenen Kanal auf.

Ein Detail, das seit 2026 hilft: Speisen sind seit dem 1.1.2026 in jedem Kanal mit 7 % besteuert — im Haus, außer Haus und in der Lieferung. Getränke bleiben bei 19 %. Beim Familienpaket rechnet sich das also besser als früher. Wie du Kombi-Preise korrekt in Speisen- und Getränkeanteil aufteilst, klärst du am besten kurz mit deinem Steuerberater.

Ein guter Trick ist ein Familienpaket für zu Hause, das es nur dienstags und mittwochs gibt. Für gestresste Eltern ist es die einfachste Lösung des Abends, und dir bringt es genau dann Bestellungen, wenn du sie brauchst.

Häufige Fragen

  • Muss ich viel Geld in Werbung für die schwachen Tage stecken?

Nein. Fang mit einem guten Schild an der Straße an und geh selbst zu den Betrieben nebenan. Das kostet dich nichts außer einer halben Stunde.

  • Was, wenn ich ein Angebot mache und niemand kommt?

Gib ihm Zeit. Gewohnheiten ändern sich in Wochen, nicht in Tagen. Halte das Angebot mindestens sechs bis acht Wochen durch und sag jedem Stammgast persönlich Bescheid.

  • Soll ich am schwächsten Tag lieber schließen?

Nur als letzte Lösung. Ein Ruhetag spricht sich langsam herum, und viele Gäste merken sich nur "die haben oft zu". Wenn du schließt, pflege den Ruhetag unbedingt ins Google-Unternehmensprofil und an die Tür — sonst stehen Leute vergeblich davor und schreiben dir eine schlechte Bewertung.

  • Bringt Social Media wirklich Gäste?

Ja, wenn das Timing stimmt. Poste dein Tagesgericht mit Preis gegen 11 Uhr. Genau dann fragen sich die Büros nebenan, was es heute zu essen gibt.

Letzter Tipp: Such dir eine einzige Idee aus dieser Liste aus — am besten den Mittagstisch — und probier sie nächsten Dienstag aus. Eine Kreidetafel, ein Preis, ein Gang zum Nachbarbüro. Mehr braucht der Anfang nicht.