In der Gastronomie entscheidet selten das Gespräch. Es entscheidet die Probeschicht danach. Trotzdem musst du erst durch das Gespräch kommen — und dort fallen jedes Jahr dieselben Fragen.

Kurz gesagt: Ein Vorstellungsgespräch in Gastronomie oder Hotel dauert meistens 20 bis 40 Minuten und besteht aus drei Blöcken. Fragen zu dir, Fachfragen zu Speisen und Getränken, und Fragen zu deiner Verfügbarkeit. Danach lädt dich fast jeder Betrieb zum Probearbeiten ein. Bereite drei kurze Geschichten aus deiner Praxis vor, wiederhole Allergene, Jugendschutz und ein paar Weine, und nenne bei der Gehaltsvorstellung eine Spanne statt einer einzelnen Zahl. Das reicht für die allermeisten Stellen im Service.

Noch etwas vorweg: Niemand will dich reinlegen. Die Küchen- und Serviceleitung will drei Dinge wissen. Kommst du zuverlässig? Bleibst du im Stress freundlich? Und will das Team dich fünf Abende die Woche neben sich haben? Fachwissen kann man dir beibringen. Den Rest nicht.

Wie ein Vorstellungsgespräch in der Gastronomie abläuft

Der Ablauf ist in fast jedem Betrieb gleich, egal ob Hotel, Restaurant oder Systemgastronomie:

  1. Kurzes Telefonat — oft nur fünf Minuten. Verfügbarkeit, Wohnort, wann du anfangen kannst.
  2. Das Gespräch — 20 bis 40 Minuten, meistens am Vormittag oder am späten Nachmittag zwischen den Schichten. Oft dabei: Restaurantleitung oder F&B-Leitung, manchmal die Küchenleitung.
  3. Rundgang — du siehst Restaurant, Küche, Lager, manchmal die Personalgarderobe.
  4. Probearbeiten — eine bis drei Schichten. Hier fällt die Entscheidung.
  5. Vertrag — in der Gastronomie oft schon wenige Tage später.

Vor allem in Hotels wirst du gefragt, für welchen Bereich du dich bewirbst. Ein Hotel hat mehrere: Restaurant, Frühstück, Bankett, Roomservice, Bar, Lobby. Die Bereiche sind sehr unterschiedlich. Bankett heißt frühe Aufbauten und viele Gäste auf einmal. Frühstück heißt Schichtbeginn um 5:30 Uhr. Sag ehrlich, was zu dir passt — und dass du flexibel bist, wenn du es wirklich bist.

Fragen zu dir und deiner Motivation

Diese Fragen kommen fast immer zuerst und geben dem Gespräch den Ton.

"Erzähl mal was über dich." Halte dich bei etwa 60 Sekunden. Wer du bist, welche Ausbildung oder Erfahrung du hast, wo du zuletzt gearbeitet hast, und warum du in der Gastronomie bist. Lies nicht deinen Lebenslauf vor. Erzähl eine kurze Geschichte.

"Was weißt du über unser Haus?" Diese Frage sortiert am schnellsten aus. Schau vorher auf die Website und die Speisekarte. Lies zehn Google-Bewertungen. Merk dir zwei Gerichte und einen Namen. Ein konkreter Satz wie "Ich habe gesehen, ihr wechselt die Karte jede Woche und arbeitet viel mit Höfen aus der Region" bringt dich sofort vor 90 Prozent der anderen Bewerber.

"Warum bist du in der Gastronomie?" Sag etwas Echtes. Der Rhythmus, das Team, der Moment, wenn ein voller Laden läuft. Bitte keine auswendig gelernten Sätze über "Leidenschaft für Service".

"Warum sollen wir dich nehmen?" Verbinde deine Erfahrung mit dem, was sie brauchen. Beispiel: "Ich habe zwei Jahre im À-la-carte-Service gearbeitet, ich kenne die Abläufe an einem vollen Samstag, und ich lerne eine neue Karte in zwei Schichten."

"Was sind deine Stärken und Schwächen?" Nimm eine echte Stärke mit Beispiel — zum Beispiel, dass du im Stress ruhig bleibst. Bei der Schwäche etwas Ehrliches, das man beheben kann, plus was du dagegen tust. Niemals "Ich habe keine Schwächen".

"Warum hast du deinen letzten Job gekündigt?" Bleib sachlich und kurz. Kein schlechtes Wort über den alten Betrieb, auch wenn es dort schlimm war. Wer über den alten Chef herzieht, zieht später über diesen her — so denkt jede Leitung.

Wenn du dich konkret als Kellner oder Kellnerin bewirbst, findest du weitere typische Fragen in unserem Leitfaden zu Fragen im Vorstellungsgespräch für Kellner und Kellnerinnen. Für die Küche gilt ein eigener Fragenkatalog — den haben wir in Fragen im Vorstellungsgespräch für Köchinnen und Köche gesammelt.

Fachfragen zu Speisen und Getränken

Das ist der Teil, vor dem die meisten Angst haben — und genau der Teil, den du komplett vorbereiten kannst. Geh die Liste am Abend davor einmal durch:

  • Die fünf Grundsaucen: Béchamel, Velouté, Espagnole (braune Grundsauce), Hollandaise und Tomatensauce. Nenne zu jeder ein Gericht.
  • Die Serviceformen: Tellerservice (Küche richtet an), Plattenservice oder Silberservice (du legst mit Vorlegebesteck vor), französischer Service (der Gast bedient sich selbst von der Platte), englischer Service am Gueridon (Tranchieren und Flambieren am Beistelltisch) und Buffetservice. Die Namen sind je nach Lehrbuch leicht anders. Wichtig ist nur, dass du den Unterschied erklären kannst.
  • Die Menüfolge: kalte Vorspeise, Suppe, warme Vorspeise oder Fischgang, Hauptgang, Käse, Dessert, Kaffee.
  • Suppen: der Unterschied zwischen klaren Suppen (Consommé, Brühe) und gebundenen Suppen (Cremesuppen, Bisque).
  • Eindecken: Besteck von außen nach innen, Gläser rechts oben über dem Messer, Serviettenposition. Klingt banal, wird aber gefragt.
  • Bar: die Basis der Spirituosen — Wodka aus Getreide oder Kartoffeln, Whisky aus Getreide, Rum aus Zuckerrohr, Tequila aus Agave, Gin aus Getreide mit Wacholder, Weinbrand aus Trauben. Ein Single Malt ist Whisky aus gemälzter Gerste aus einer einzigen Brennerei. Dazu die Klassiker, die in Deutschland wirklich bestellt werden: Aperol Spritz, Hugo, Gin Tonic, Espresso Martini, Mojito — und je einen alkoholfreien Ersatz.
  • Bier: Pils, Helles, Weizen, Kölsch, Alt, Export, Bock. Was der Eichstrich am Glas bedeutet, und warum du wegen des Schankverlusts nie unter den Strich abfüllen darfst.

Wein: die Fragen, die in Deutschland wirklich kommen

Wein trennt im Service die Guten von den Sehr-Guten. Du musst kein Sommelier sein, aber das hier solltest du sagen können:

  • Deutsche Rebsorten: weiß Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder, Silvaner, Müller-Thurgau. Rot Spätburgunder, Dornfelder, Lemberger.
  • Geschmack: trocken, halbtrocken, feinherb, lieblich, süß. "Feinherb" ist kein geschützter Begriff — er liegt gefühlt zwischen halbtrocken und lieblich.
  • Qualitätsstufen: seit der Weingesetz-Reform von 2021 gilt eine Herkunftspyramide von Deutscher Wein über Landwein bis zum Qualitätswein, und darin Gutswein, Ortswein und Lagenwein. Die Prädikate wie Kabinett, Spätlese und Auslese gibt es weiterhin.
  • Serviertemperaturen: Weißwein 8 bis 12 °C, Rotwein 14 bis 18 °C, Sekt 6 bis 8 °C.
  • Weinservice am Tisch: Flasche zeigen, öffnen, den Gastgeber probieren lassen, dann im Uhrzeigersinn einschenken, Etikett zum Gast.

Eine Lieblingsaufgabe vieler Restaurantleitungen: "Beschreib mir dein Lieblingsgericht so, als hätte ich es noch nie gegessen." Das ist kein Rezepttest. Sie wollen sehen, wie du ein Gericht verkaufst. Übe ein Gericht und ein Getränk mit einfachen, warmen Worten — wie es aussieht, wie es riecht, wie es schmeckt. Genau diese Sprache brauchst du später auch beim Empfehlen und Höherverkaufen am Tisch.

Pflichtwissen: Allergene, Hygiene und Jugendschutz

Diese drei Themen sind in Deutschland Gesetz, nicht Wissensschmuck. Wer sie sicher beantwortet, wirkt sofort wie eine erfahrene Kraft.

Allergene. Nach der Lebensmittelinformationsverordnung müssen 14 Allergene gekennzeichnet werden: glutenhaltiges Getreide, Krebstiere, Eier, Fisch, Erdnüsse, Soja, Milch mit Laktose, Schalenfrüchte, Sellerie, Senf, Sesam, Schwefeldioxid und Sulfite, Lupinen und Weichtiere. Bei loser Ware — also allem, was du am Tisch servierst — darf die Auskunft auch mündlich erfolgen, wenn eine schriftliche Dokumentation im Haus vorliegt und ein Hinweis darauf gut sichtbar ist. Die richtige Antwort auf "Was machst du, wenn ein Gast nach Allergenen fragt?" lautet nie "Ich glaube, da ist nichts drin". Sie lautet: nachsehen oder in der Küche nachfragen. Wenn du tiefer einsteigen willst, hilft unsere Übersicht zu den 14 Allergenen in der Gastronomie.

Zusatzstoffe. Auf deutschen Speisekarten müssen unter anderem Farbstoff, Konservierungsstoff, Antioxidationsmittel, Geschmacksverstärker, geschwefelt, geschwärzt, gewachst, Phosphat, Süßungsmittel, chininhaltig und koffeinhaltig angegeben werden. Meistens über Fußnoten. Kennst du das System, sparst du dir viele peinliche Momente.

Hygiene und HACCP. Die Zahlen, die gern abgefragt werden: leicht verderbliche Lebensmittel bei höchstens 7 °C, Hackfleisch bei 2 °C, Tiefkühlware bei −18 °C, Warmhalten bei mindestens 65 °C. Dazu die Grundregeln — Kühlkette, Trennung von roh und gar, Händewaschen, Krankmeldung bei Durchfall oder Erbrechen.

Gesundheitszeugnis. In Deutschland brauchst du vor dem ersten Arbeitstag mit Lebensmitteln eine Erstbelehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz — umgangssprachlich Gesundheitszeugnis. Sie kostet je nach Stadt etwa 20 bis 35 €, läuft über das Gesundheitsamt und darf beim Arbeitsbeginn höchstens drei Monate alt sein. Danach belehrt dich dein Betrieb alle zwei Jahre neu. Wenn du sie schon hast, sag es im Gespräch. Das ist ein Pluspunkt, weil der Betrieb dich dann sofort einsetzen kann.

Jugendschutz. Eine echte Prüfungsfrage, und ein echter Kündigungsgrund, wenn man es falsch macht. Bier, Wein und Sekt darfst du ab 16 Jahren ausschenken. Spirituosen und alles, was Spirituosen enthält — auch Cocktails und Alkopops — erst ab 18. Jugendliche mit 14 oder 15 dürfen Bier oder Wein nur trinken, wenn eine sorgeberechtigte Person dabei ist. Im Zweifel: Ausweis verlangen. Die richtige Antwort im Gespräch ist immer "Ich frage nach dem Ausweis, und im Zweifel gebe ich nicht aus".

Verhaltensfragen: antworte mit der STAR-Methode

Bei jeder "Erzähl mir von einer Situation, in der …"-Frage antwortest du nach STAR: Situation, Tätigkeit, Aktion, Resultat. Jede Geschichte unter einer Minute. Schreib dir vorher drei bis vier Geschichten auf.

"Wie gehst du mit einer Reklamation um?" Nutze die vier Schritte: zuhören ohne zu unterbrechen, ehrlich entschuldigen, schnell lösen, dich für die Geduld bedanken. Ergänze, dass du bei allem Größeren die Leitung informierst. Wie das an einem vollen Abend praktisch aussieht, steht in unserem Text über den Umgang mit wütenden Gästen.

"Erzähl von einer Situation, in der du anderer Meinung warst als dein Chef." Getestet wird Respekt, nicht Gehorsam. Zeig, dass du deine Sicht ruhig gesagt, zugehört und die Entscheidung danach mitgetragen hast.

"Erzähl mir von einem Fehler." Sei ehrlich. Nimm einen kleinen, echten Fehler, erklär wie du ihn behoben hast und was du danach geändert hast. Leitungen vertrauen Menschen, die zu ihren Fehlern stehen.

"Wie gehst du mit Stress an einem vollen Abend um?" Erzähl konkret: wie du priorisierst, Wege zusammenlegst, an der Kasse oder am Bon nichts liegen lässt und trotzdem freundlich bleibst.

"Was machst du, wenn ein Gast betrunken ist und noch etwas bestellt?" Diese Frage kommt in Bars und Hotels sehr oft. Die richtige Antwort: kein weiterer Alkohol, Wasser anbieten, ruhig und ohne Publikum ansprechen, Leitung informieren. Der Betrieb haftet mit.

Fragen zu Schichten, Wochenenden und Teildienst

Diese Fragen entscheiden in Deutschland überraschend oft über eine Absage — nicht das Fachwissen.

  • "Kannst du geteilte Dienste?" Der geteilte Dienst ist in der klassischen Gastronomie üblich: Mittagsschicht, Pause am Nachmittag, Abendschicht. Sag ehrlich, ob du das kannst. Wenn nicht, frag nach Betrieben mit Durchgangsdienst — viele Hotels und Cafés arbeiten so.
  • "Wie sieht deine Verfügbarkeit an Wochenenden und Feiertagen aus?" In der Gastro ist Samstagabend der Kern des Geschäfts. Wer nur Montag bis Freitag kann, sollte das früh sagen.
  • "Wie kommst du nach der Spätschicht nach Hause?" Ehrliche Frage, keine Fangfrage. Nach 1 Uhr fährt in vielen Städten wenig.
  • "Wie lange willst du bleiben?" Die Fluktuation im Gastgewerbe ist hoch. Jede Leitung sucht jemanden, der über die Saison hinaus bleibt.

Die Frage nach der Gehaltsvorstellung

Fast jedes Gespräch endet damit. Nenne nie eine einzelne Zahl — nenne eine Spanne und beziehe dich auf Erfahrung.

Diese Eckwerte solltest du für 2026 kennen:

WertStand 2026
Gesetzlicher Mindestlohn13,90 € pro Stunde (ab 1. Januar 2027: 14,60 €)
Minijob-Grenze603 € im Monat (ab 2027: 633 €)
Service in Vollzeit, ohne Ausbildungrund 2.300 € bis 2.800 € brutto im Monat
Service mit Ausbildung und Erfahrungrund 2.700 € bis 3.400 € brutto im Monat
Trinkgeld direkt an dichsteuerfrei

Die Zahlen schwanken stark nach Region und Betrieb. München, Hamburg und Frankfurt zahlen deutlich mehr als der ländliche Raum, und in einigen Bundesländern gibt es Tarifverträge zwischen DEHOGA und NGG, die über dem Mindestlohn liegen. Frag im Gespräch ruhig direkt, ob der Betrieb nach Tarif zahlt.

So kannst du antworten: "Bei meiner Erfahrung stelle ich mir 2.800 bis 3.100 € brutto vor. Wichtig ist mir aber auch, wie ihr Zuschläge und Trinkgeld regelt."

Zwei Fragen, die du zum Geld unbedingt stellen solltest, weil viele Betriebe es sehr unterschiedlich handhaben:

  • Wie wird das Trinkgeld verteilt? Ganz an den Service, ins Tronc-System für alle, oder mit Anteil für die Küche?
  • Wie wird die Arbeitszeit erfasst? Arbeitszeiterfassung ist Pflicht. Wenn jemand ausweichend antwortet oder von "das regelt sich schon" spricht, weißt du genug über die Überstundenkultur im Haus.

Frag zusätzlich nach Zuschlägen für Sonntag, Feiertag und Nachtarbeit, nach Personalessen und nach der Berufskleidung. Ob und wie viel gezahlt wird, ist Verhandlungssache — aber wer nicht fragt, bekommt es nie.

Das Probearbeiten: hier fällt die Entscheidung

Fast jeder Betrieb in Deutschland lädt dich nach dem Gespräch zum Probearbeiten ein, meistens zu einer bis drei Schichten. Was du dort zeigst, zählt mehr als alles, was du im Gespräch gesagt hast.

Wird Probearbeiten bezahlt? Das hängt davon ab, was du wirklich tust. Wenn du nur zuschaust, mitläufst und ein Gefühl für den Betrieb bekommst, gilt das rechtlich meist als Einfühlungsverhältnis und muss nicht vergütet werden. Sobald du aber richtig mitarbeitest — Gäste bedienst, Getränke trägst, an der Kasse stehst, auf Anweisung arbeitest — spricht viel für ein Arbeitsverhältnis, und dann gilt mindestens der Mindestlohn. Klär das vorher schriftlich oder wenigstens per Nachricht. Ein seriöser Betrieb sagt dir sofort, was gilt. Wenn du unsicher bist, frag bei der Gewerkschaft NGG oder einer Beratungsstelle nach — Einzelfälle werden unterschiedlich bewertet.

So punktest du in der Probeschicht:

  • Sei 15 Minuten früher da, in schwarzer Hose und rutschfesten Schuhen.
  • Bring Kellnerbörse, Kellnermesser und zwei Kugelschreiber selbst mit.
  • Frag einmal nach, statt zweimal falsch zu machen.
  • Geh nie mit leeren Händen durch den Raum.
  • Steh nicht rum. Wenn nichts zu tun ist, polier Gläser oder falte Servietten.
  • Merk dir die Namen vom Team. Das fällt sofort positiv auf.

Wenn dir vor dem ersten Tag flau im Magen ist: völlig normal. Was gegen die Nerven hilft, steht in Erster Tag als Kellnerin oder Kellner.

Kluge Fragen an deine Gesprächspartner

Wenn die Frage "Hast du noch Fragen?" kommt, sag niemals Nein. Gute Fragen zeigen, dass du es ernst meinst — und du erfährst, ob der Laden etwas taugt:

  • "Was haben eure besten Leute gemeinsam?"
  • "Was gefällt dir persönlich an der Arbeit hier?"
  • "Wie sieht ein normaler Samstagabend bei euch aus? Wie viele Gäste, wie viele im Service?"
  • "Wie läuft die Einarbeitung ab, und wer ist meine Ansprechperson?"
  • "Wie wird der Dienstplan gemacht, und wie weit im Voraus steht er?"
  • "Mit welchem Kassensystem arbeitet ihr?"

Hör bei den Antworten genau hin. Eine Leitung, die dir nicht sagen kann, warum die Leute gern dort arbeiten, sagt dir damit auch etwas. Ein Dienstplan, der erst am Donnerstag für die kommende Woche kommt, ebenfalls.

Was du besser nicht sagst

  • "Ich mache eigentlich alles." Klingt flexibel, wirkt planlos.
  • "Ich brauche nur was für die Übergangszeit." Ehrlich, aber es kostet dich die Stelle.
  • "Beim letzten Chef war alles chaotisch." Über niemanden herziehen. Nie.
  • "Ich habe keine Fragen." Das größte vermeidbare Minus im ganzen Gespräch.
  • Erfundenes Fachwissen. Ein ehrliches "Das weiß ich nicht, aber ich lese es heute Abend nach" wirkt stärker als eine geratene Antwort — und sie merken es sofort.

Checkliste für den Tag davor

  • Website, Speisekarte und zehn Bewertungen des Betriebs anschauen.
  • Notizen wiederholen: Grundsaucen, Serviceformen, Spirituosen-Basis, 14 Allergene, Jugendschutz-Altersgrenzen.
  • Drei kurze STAR-Geschichten aufschreiben und einmal laut sagen.
  • Ein Gericht und ein Getränk aussuchen, die du mit Begeisterung beschreiben kannst.
  • Deine Gehaltsspanne festlegen und einmal laut aussprechen.
  • Sauber und schlicht anziehen — business casual reicht fast überall, im Sternerestaurant eine Stufe eleganter.
  • Lebenslauf ausgedruckt mitnehmen, dazu Gesundheitszeugnis und Zeugnisse, falls vorhanden.
  • 10 bis 15 Minuten früher da sein.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Vorstellungsgespräch in der Gastronomie? Meistens 20 bis 40 Minuten, oft am Vormittag oder zwischen Mittag- und Abendschicht. Kommt ein Rundgang durch Küche und Lager dazu, wird eine Stunde daraus.

Was ziehe ich an? Business casual: saubere dunkle Hose, Hemd oder Bluse, geschlossene Schuhe. Kein Anzug nötig, außer in der gehobenen Hotellerie. Wichtiger als der Stil ist, dass alles gepflegt aussieht — darauf achtet im Service wirklich jeder.

Muss ich ein Gesundheitszeugnis mitbringen? Zum Gespräch nicht, aber vor dem ersten Arbeitstag brauchst du die Erstbelehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz. Sie kostet je nach Stadt etwa 20 bis 35 € und darf beim Arbeitsbeginn höchstens drei Monate alt sein.

Was sage ich, wenn ich keine Erfahrung habe? Sag es offen und dreh es um: Du bist schnell, du hörst zu, und du bist an Wochenenden verfügbar. Genau das suchen viele Betriebe. Für den Einstieg hilft unser Leitfaden zur Bewerbung als Kellner oder Kellnerin.

Muss Probearbeiten bezahlt werden? Wenn du echte Arbeit leistest und auf Anweisung arbeitest, spricht viel für eine Bezahlung mindestens in Höhe des Mindestlohns. Reines Zuschauen ohne Arbeitspflicht gilt meist als unbezahltes Einfühlungsverhältnis. Kläre es vorher schriftlich, und frag im Zweifel bei der NGG nach.

Welche Gehaltsvorstellung ist realistisch? Der Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 € pro Stunde. Im Service in Vollzeit sind rund 2.300 € bis 3.400 € brutto im Monat üblich, stark abhängig von Stadt, Betriebsart und Erfahrung. Nenne immer eine Spanne, nie eine einzelne Zahl.

Wann melden sie sich? In der Gastronomie geht es schnell — oft schon am nächsten Tag. Hörst du nach einer Woche nichts, ruf freundlich an. Ein Anruf am Vormittag ist völlig in Ordnung und wird meistens positiv aufgenommen.


Es gibt keine geheimen neuen Fragen. Es gibt nur Betriebe, die wissen wollen, ob sie sich am Samstagabend auf dich verlassen können. Genau das kannst du vorbereiten: drei Geschichten, ein Gericht, das du liebst, deine Zahlen, und ein sauberes Hemd.

Und wenn du im Gespräch etwas nicht weißt, sag es einfach. In der Gastronomie zählt am Ende nicht, wie viele Rebsorten du aufzählen kannst. Es zählt, ob du wiederkommst, wenn es voll wird. Viel Erfolg — du schaffst das.