Social Media für mehrere Standorte zu betreuen wird schnell zur Dauerbaustelle. Ein Markenkonto oder eigene Seiten je Filiale — an dieser Frage hängen viele Betriebe monatelang fest.
Die kurze Antwort hängt an deinem Konzept. Wenn deine Standorte dieselbe Karte und dieselbe Atmosphäre haben, fährst du mit einem starken Markenkonto am besten, ergänzt um verknüpfte Standortseiten bei Facebook. Haben deine Läden eine jeweils eigene Identität, sind getrennte Konten richtig. Und egal, wie du dich entscheidest: Jeder Standort braucht ein eigenes, gepflegtes Google-Unternehmensprofil — das ist der Kanal, der wirklich Gäste bringt.
Ein Markenkonto: wann das die richtige Wahl ist
Wenn alle Standorte dieselbe Karte und dasselbe Gefühl haben, verdünnst du mit vier oder fünf Instagram-Konten nur deine Reichweite. Gäste folgen dem falschen Profil, schreiben eine Filiale an, in der sie gar nicht waren, und dein Team beantwortet dieselbe Frage viermal.
Behalt stattdessen dein reichweitenstärkstes Konto als Markenprofil. Bei Facebook kannst du eigene Standortseiten anlegen und mit der Hauptseite verknüpfen — Gäste landen dann automatisch bei der Filiale in ihrer Nähe. Bei Instagram bleibst du bei einem Profil und nutzt einen Link in der Bio, der auf Standortseiten deiner Website führt.
Der Vorteil: eine Bildsprache, eine Stimme, ein Redaktionsplan. Das spart dir jede Woche Stunden.
Ein Detail, das oft vergessen wird: Bau echte Standortseiten auf deiner Website, nicht nur eine Sammelseite mit drei Adressen. Eine eigene Unterseite je Standort mit Adresse, Öffnungszeiten, Karte und Fotos ist einer der stärksten lokalen SEO-Hebel, die du hast — und der Link, auf den dein Instagram zeigen sollte.
Wann getrennte Konten Sinn ergeben
Manchmal passt das Zusammenlegen einfach nicht zum Geschäft. Wenn dein erster Laden eine laute Innenstadtbar mit Veranstaltungsraum ist und der zweite ein ruhiges Café am Stadtrand mit ganz anderer Karte, wollen die beiden Zielgruppen unterschiedliche Inhalte.
Dann sind getrennte Konten richtig. Du sprichst das lokale Publikum direkt an, statt beide halb zu bedienen. Wenn du etwas hast, das für alle gilt, nutz bei Instagram die Funktion für gemeinsame Beiträge — dann erscheint derselbe Post in beiden Profilen, ohne dass du ihn zweimal bauen musst.
Eine ehrliche Faustregel: Ab drei Konten brauchst du eine Person, die es macht. Wenn niemand dafür zuständig ist, werden aus drei aktiven Profilen schnell drei tote — und ein totes Profil ist schlechter als gar keins.
Was rechtlich in jedes Profil gehört
Diesen Abschnitt gibt es in keiner internationalen Anleitung, und er kostet in Deutschland regelmäßig Geld.
Impressumspflicht nach § 5 DDG gilt auch für Social-Media-Profile. Nicht nur für deine Website. Ein geschäftlich genutztes Instagram-, Facebook- oder TikTok-Profil braucht ein Impressum — Name, Anschrift, Kontakt, Vertretungsberechtigte, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, falls vorhanden. Ein Link in der Bio, der klar als "Impressum" erkennbar ist und direkt dorthin führt, wird allgemein akzeptiert. Ein fehlendes Impressum ist der häufigste Abmahngrund überhaupt, mit Kosten von 200 bis 1.500 €.
Das Gleiche gilt für deine Link-in-Bio-Seite und für deine digitale Speisekarte. Beides sind Telemedien.
Weitere Punkte, die du einmal erledigst und dann vergessen kannst:
- Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO, verlinkt an derselben Stelle wie das Impressum.
- Facebook-Seiten: Nach der Rechtsprechung des EuGH seid ihr für die Seiten-Insights gemeinsam Verantwortliche mit dem Plattformbetreiber. Praktisch heißt das: die entsprechende Zusatzvereinbarung akzeptieren und den Punkt in deiner Datenschutzerklärung erwähnen.
- Fotos mit erkennbaren Personen brauchen eine Einwilligung (Recht am eigenen Bild, § 22 KUG). Gilt für Team und Gäste.
- Bewertungen gegen Gegenleistung sind wettbewerbswidrig. Kein Rabatt für Sterne, kein Gewinnspiel für Bewertungen.
- Influencer-Kooperationen kennzeichnen. Ein kostenloses Essen ist eine Gegenleistung — der Beitrag braucht ganz oben "Werbung" oder "Anzeige" (§ 5a Abs. 4 UWG, MStV). Und steuerlich ist es ein tauschähnlicher Umsatz: Beide Seiten buchen den Wert. Einmal mit dem Steuerbüro festlegen.
- Preise in Beiträgen sind Endpreise inklusive Umsatzsteuer (§ 3 PAngV). Wer ein Angebot postet, muss die Bedingungen dazuschreiben.
Die eigentliche Priorität: Google Maps
Während viele Betriebe über ihren Instagram-Feed grübeln, ignorieren sie das wirksamste Werkzeug für lokale Gäste.
Egal, wie du Social Media organisierst: Jeder Standort braucht ein eigenes, optimiertes Google-Unternehmensprofil. Das heißt vollständig ausgefüllt, mit aktuellen Öffnungszeiten, hinterlegter Speisekarte, echten Fotos und beantworteten Bewertungen.
Und hier ist der Trick, den Profis kennen und Betreiber übersehen: Jeder Beitrag, den du auf Social Media veröffentlichst, gehört auch in dein Google-Profil. Ein neues Angebot, eine Kartenänderung, ein gutes Foto. Diese regelmäßige Aktivität ist ein starkes Signal für lokale Sichtbarkeit — und sie sorgt dafür, dass du auftauchst, wenn jemand in der Nähe nach Essen sucht.
Dazu kommen drei Karten, die in Deutschland tatsächlich zählen:
- Apple Karten über Business Connect — jedes iPhone in deiner Nachbarschaft.
- Bing Places — klein, aber in fünf Minuten gemacht.
- HERE Maps — die Daten füttern die eingebauten Navigationssysteme von VW, BMW und Mercedes. Wer im Auto "Restaurant in der Nähe" sagt, sieht oft HERE-Daten.
Halt überall dieselben Angaben: identische Schreibweise von Name und Adresse, gleiche Telefonnummer, gleiche Öffnungszeiten. Widersprüchliche Daten sind der häufigste Grund, warum ein Standort schlecht rankt.
Ein realistischer Rhythmus für mehrere Standorte
Was ein Betrieb ohne Marketingabteilung wirklich schafft:
| Kanal | Frequenz | Wer macht es |
|---|---|---|
| Google-Profil je Standort | 1 Beitrag pro Woche, Fotos alle 2 Wochen | Filialleitung, 15 Minuten |
| Bewertungen beantworten | täglich | Filialleitung |
| Instagram Markenkonto | 2 Beiträge pro Woche | Zentral |
| Instagram Stories | wenn etwas passiert | Team vor Ort, per geteiltem Album |
| Newsletter | 1× im Monat | Zentral |
Der Trick bei mehreren Standorten: Die Filialen liefern Rohmaterial, die Zentrale veröffentlicht. Ein gemeinsames Fotoalbum, in das jedes Team drei Bilder pro Woche legt, löst 90 % des Content-Problems.
Wenn du umstellst: sag es deutlich
Wenn du dein Setup änderst — etwa dein größtes Konto zum Markenprofil machst und für den Ursprungsstandort ein neues eröffnest —, ist Kommunikation entscheidend.
Sei offen zu deinen Followern. Nutz Stories, angeheftete Beiträge und klare Beschreibungen in der Bio, um die Änderung zu erklären. Gib direkte Links zu den neuen Profilen. Rechne mit zwei bis drei Monaten, bis sich das eingespielt hat, und wiederhol den Hinweis regelmäßig. Ein sauberer Übergang verhindert, dass du die treuen Fans verlierst, für die du so lange gearbeitet hast.
Wie du Social Media für mehrere Restaurants organisierst, hängt davon ab, wie ähnlich sich deine Standorte sind. Ein starkes Markenkonto passt zu identischen Konzepten, eigenständige Läden brauchen eigene Profile. Aber egal, welchen Weg du wählst: Halt die Google-Einträge jedes Standorts aktiv und aktuell, und erledige einmal das Impressum in jedem Profil. Mit einer klaren Strategie bringt dein Marketing echte Gäste durch alle Türen.