In Deutschland gilt eine einfache Faustregel: aufrunden oder 5 bis 10 Prozent — und mehr musst du eigentlich nicht wissen. Trotzdem kommt bei fast jeder Rechnung dieser kurze Moment Unsicherheit, besonders wenn mehrere Leute am Tisch sitzen. Mit unserem kostenlosen Trinkgeldrechner fürs Restaurant rechnest du Trinkgeld, geteilte Rechnung und einen glatten Endbetrag in Sekunden aus — direkt am Tisch auf dem Handy.
Wie viel Trinkgeld ist in Deutschland üblich?
Der wichtigste Unterschied zu den USA: Bei uns ist Trinkgeld ein freiwilliges Extra, kein Teil des Lohns. Das Servicepersonal bekommt mindestens den gesetzlichen Mindestlohn von 13,90 € pro Stunde (Stand 1.1.2026), oft mehr. Und die Preise auf der Speisekarte sind Endpreise inklusive Mehrwertsteuer — es kommt nichts mehr obendrauf.
Übliche Größenordnungen:
| Situation | Übliches Trinkgeld |
|---|---|
| Restaurant mit Bedienung | 5–10 %, meist aufgerundet |
| Café, Kuchen und Kaffee | Aufrunden auf den nächsten Euro |
| Bar, Getränk am Tresen | 0,50–1 € pro Getränk |
| Lieferdienst | 1–3 € |
| Abholung, Selbstbedienung | Nicht nötig, gern das Kleingeld |
| Große Gruppe, viel Aufwand | 10 % |
| Sehr gutes Menü, langer Abend | 10 %, gern mehr |
Bei einer Rechnung von 44 € sagen die meisten also "machen Sie 48" oder "50". Bei 87 € werden 95 €. Das ist völlig normal und niemand rechnet mit dem Taschenrechner nach.
Trinkgeld im Ausland: die kurze Übersicht
Wenn du reist, ändern sich die Regeln stark. Diese Werte helfen als Orientierung:
- USA und Kanada: 18–20 % sind Standard, unter 15 % gilt als Beschwerde. Trinkgeld ist dort echter Lohnbestandteil. Außerdem steht die Steuer nicht auf der Karte — rechne mit rund 30 % mehr als angeschrieben.
- Österreich und Schweiz: wie in Deutschland, aufrunden bis 10 %.
- Frankreich, Italien, Spanien: Service ist meist inklusive. Aufrunden reicht, 5 % sind schon großzügig. In Italien steht oft ein "coperto" (Gedeck) auf der Rechnung.
- Portugal: Aufrunden bis etwa 10 %. Achtung: Brot und Oliven ("couvert") kommen ungefragt auf den Tisch und werden berechnet — du darfst sie ablehnen.
- Niederlande und Skandinavien: Aufrunden genügt, in Finnland und Island ist Trinkgeld gar nicht üblich.
- Großbritannien: 10–12,5 %, aber der "service charge" steht oft schon auf der Rechnung. Vorher hinschauen, sonst zahlst du doppelt.
- Japan: kein Trinkgeld. Es kann sogar als unhöflich ankommen.
Trinkgeld bei Kartenzahlung: der häufigste Fehler
Immer mehr Gäste zahlen mit Karte, und genau hier geht regelmäßig etwas schief.
Sag immer den Gesamtbetrag, nicht das Trinkgeld. Wenn die Rechnung 44 € beträgt und du 50 € zahlen willst, sagst du: "Machen Sie 50." Wer stattdessen "6 € Trinkgeld" sagt, sorgt oft für Verwirrung an der Kasse.
Zwei weitere Punkte:
- Viele Terminals fragen aktiv nach dem Trinkgeld. Dann kannst du einen Betrag direkt eintippen. Das ist völlig üblich und niemand schaut dir dabei zu.
- Bar ist beim Personal beliebter. Bargeld-Trinkgeld landet direkt in der Tasche. Kartentrinkgeld läuft über die Abrechnung — es kommt an, dauert aber länger.
Die ungeschriebenen Regeln
Ein paar Gewohnheiten, die den Moment an der Rechnung entspannt halten:
- Auf den Rechnungsbetrag rechnen. In Deutschland ist die Mehrwertsteuer im Preis enthalten. Es gibt hier keine steuerfreie Zwischensumme, also rechne einfach vom Endbetrag.
- Gruppen: lieber zusammen zahlen. Bei getrennter Zahlung rundet jeder nur seinen kleinen Teil, und beim Service kommt fast nichts an. Wenn ihr trotzdem teilt: Wer viel bestellt hat, gibt etwas mehr dazu.
- Bei schlechtem Service: gar kein Trinkgeld ist erlaubt und ein klares Signal. Fairer ist, weniger zu geben und dem Betrieb ruhig zu sagen, was nicht gepasst hat. Küche und Service hängen selten am selben Problem.
- Trinkgeld gehört dem Personal. Der Betrieb darf es nicht einbehalten. Ein gemeinsamer Topf, der nach festen Regeln verteilt wird, ist üblich und in Ordnung.
So rechnest du in fünf Sekunden
Ohne Handy geht es auch:
- 10 Prozent: Komma eine Stelle nach links schieben. 48,60 € → 4,86 €.
- 5 Prozent: die Hälfte davon, also rund 2,40 €.
- Aufrunden: Nimm den nächsten glatten Betrag, der 5–10 % über der Rechnung liegt. Bei 48,60 € sind das 52 € oder 53 €.
- Teilen: Endbetrag durch die Anzahl der Personen, dann pro Person aufrunden.
Wenn du das nach einem langen Abend nicht im Kopf machen willst, übernimmt unser kostenloser Trinkgeldrechner die Arbeit. Rechnungsbetrag eintippen, Prozentsatz über die Schnellauswahl setzen, Anzahl der Gäste angeben — die Beträge aktualisieren sich sofort, und ein Schalter rundet das Ergebnis auf einen glatten Betrag. Kein Login, keine Installation, funktioniert direkt im Handybrowser.
Trinkgeld ist in Deutschland kein Rechenexamen. Aufrunden reicht fast immer, 10 % sind großzügig, und bei Kartenzahlung sagst du einfach den Gesamtbetrag. Speicher dir den Rechner auf dem Handy — dann ist der Moment mit der Rechnung nie wieder unangenehm.