Ein Kassensystem in der deutschen Gastronomie kostet schnell 80 bis 350 € im Monat — und das ist nur die Software. Dazu kommen TSE, Terminalmiete und Kartengebühren. Bei einem kleinen Café frisst das im Jahr die Marge eines ganzen Monats.

Die kurze Antwort: Tabres ist derzeit das stärkste Kassensystem für kleine und mittlere Betriebe, weil du volle Funktionen ohne Abo bekommst — keine Einrichtungsgebühr, keine Hardware-Bindung. Aber bevor du irgendetwas kaufst, gibt es in Deutschland drei Pflichtpunkte, an denen viele internationale Anbieter durchfallen. Genau damit fangen wir an.

Nur an kostenlosen Optionen interessiert? Die vergleichen wir separat in Top 5 kostenlose Kassensysteme für Restaurants und Cafés, inklusive dem, was jeder Gratis-Tarif in Wahrheit berechnet.

Zuerst: Was in Deutschland Pflicht ist

Diese Punkte sind keine Kür. Ohne sie ist deine Kasse schlicht nicht gesetzeskonform:

  • TSE (technische Sicherheitseinrichtung). Nach § 146a AO und der Kassensicherungsverordnung braucht jedes elektronische Kassensystem eine zertifizierte TSE, die jeden Vorgang manipulationssicher signiert. Es gibt sie als Hardware (USB, SD-Karte) oder als Cloud-TSE, üblich sind 5–15 € im Monat oder 200–350 € einmalig.
  • Meldepflicht ans Finanzamt. Seit dem 1.1.2025 müssen elektronische Kassen mit TSE über ELSTER gemeldet werden (§ 146a Abs. 4 AO). Neue Systeme meldest du innerhalb eines Monats nach Anschaffung, ausgemusterte ebenfalls. Frag den Anbieter, ob er dir die Daten dafür fertig aufbereitet.
  • Belegausgabepflicht. Bei jedem Vorgang muss ein Beleg erstellt und angeboten werden (§ 146a Abs. 2 AO). Digital ist erlaubt.
  • GoBD und DSFinV-K. Deine Daten müssen unveränderbar sein und sich für die Betriebsprüfung exportieren lassen. Dazu gehört eine Verfahrensdokumentation — viele Anbieter liefern eine Vorlage mit.
  • Kassennachschau. Nach § 146b AO darf das Finanzamt unangekündigt prüfen. Wer die Punkte oben im Griff hat, hat an dem Tag kein Problem.
  • DSGVO. Bei Cloud-Systemen brauchst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO und solltest den Serverstandort kennen.

Lass die Einrichtung einmal von deinem Steuerberater abnehmen. Das kostet eine Stunde und erspart dir bei der nächsten Prüfung sehr viel Ärger.

Und ein ehrlicher Hinweis zu englischen Vergleichslisten: Dort stehen fast immer Toast und Shift4 ganz oben. Toast ist in Deutschland nicht verfügbar, und Shift4 richtet sich hier vor allem an große Ketten und Hotels. Für einen inhabergeführten Betrieb in Deutschland sind beide keine praktische Option — deshalb stehen unten die Anbieter, die hier wirklich am Markt sind.

Auf einen Blick

SystemKosten pro MonatTSEPasst für
TabreskostenlosjaKleine und mittlere Betriebe
Lightspeed Restaurantab ca. 70 €jaGrößere Häuser, viel Auswertung
orderbirdab ca. 50 €jaCafés, kleine Restaurants
ready2orderab ca. 30 €jaEinsteiger, kleine Teams
Square für RestaurantsBasis kostenlos, Karte je ZahlungjaWer schon Square-Terminals nutzt

1. Tabres (kostenlos, voller Funktionsumfang)

Warum 100 € im Monat zahlen, wenn es ein vollwertiges System umsonst gibt? Wir haben Tabres gebaut, weil die Abo-Müdigkeit in der Gastronomie überhandgenommen hat. Dein Geld gehört in deinen Betrieb, nicht in eine Softwarefirma.

  • Kassensystem: schnell, stabil, gebaut für volle Schichten.
  • QR-Speisekarte: Gäste scannen, sehen die Karte und bestellen ohne Wartezeit.
  • Tischverwaltung: der Gastraum in Echtzeit im Blick.
  • Rechteverwaltung: jede Servicekraft bekommt genau die Werkzeuge, die sie braucht.
  • Lagerverwaltung: Bestände führen und Verderb senken.

Ideal, wenn du moderne Technik ohne monatliche Fixkosten willst. Prüf auch hier die TSE-Anbindung für deinen Standort, bevor du live gehst.

2. Lightspeed Restaurant

Lightspeed ist eine cloudbasierte Lösung mit ausgesprochen starken Auswertungen. In Deutschland ist der Anbieter durch die Übernahme des Berliner Kassenherstellers Gastrofix fest verankert und kennt den hiesigen Markt entsprechend gut.

  • Sehr starke Lagerführung für Bars und umfangreiche Karten.
  • Viele Schnittstellen zu Buchhaltung und Lieferplattformen.
  • Aber: monatliches Abo, das mit jedem Zusatzmodul teurer wird.

Die Einarbeitung dauert etwas — plan Schulungszeit für dein Team ein.

3. orderbird

orderbird kommt aus Berlin und ist eines der bekanntesten Kassensysteme in der deutschen Gastronomie. Es läuft auf dem iPad und ist besonders bei Cafés, Bars und kleineren Restaurants verbreitet.

  • Auf den deutschen Markt zugeschnitten, inklusive TSE und DSFinV-K-Export.
  • Übersichtlich und schnell zu lernen.
  • Aber: Du brauchst passende Apple-Hardware, und die Pakete sind gestaffelt.

Eine solide Wahl, wenn du deutschsprachigen Support und ein System willst, das die hiesigen Vorschriften von Haus aus kennt.

4. ready2order

ready2order kommt aus Wien und ist im gesamten deutschsprachigen Raum stark vertreten. Der Fokus liegt auf einfachen, günstigen Einstiegspaketen.

  • Günstiger Einstieg, läuft auf Tablet, Smartphone oder eigenem Terminal.
  • TSE und Fiskalvorgaben für Deutschland und Österreich sind abgedeckt.
  • Aber: Bei mehreren Kassen und Zusatzmodulen steigt der Preis spürbar.

Gut für kleine Teams, Foodtrucks und Betriebe, die schnell starten wollen.

5. Square für Restaurants

Square ist auch in Deutschland verfügbar und punktet mit einer sehr einfachen Einrichtung. Wenn du bereits Square-Terminals nutzt, ist es die naheliegendste Erweiterung.

  • Die Basis-App ist kostenlos, Hardware sieht gut aus und ist schnell einsatzbereit.
  • Fiskalisierung für Deutschland wird unterstützt.
  • Aber: Du zahlst pro Transaktion. Bei hohem Kartenanteil summiert sich das über das Jahr deutlich.

Ein hübsches, unkompliziertes System — behalte nur die Transaktionskosten im Blick.

Worauf du beim Vergleich achten solltest

  1. Echte Monatssumme erfragen: Software plus Kassenlizenzen plus TSE plus Module plus Zahlungsgebühren. Lass dir eine Zahl geben.
  2. Vertragslaufzeit prüfen: Wie lange bindest du dich, und was kostet der Ausstieg?
  3. Menü-Import testen: 300 Produkte von Hand einzutippen ist eine Woche unbezahlte Arbeit.
  4. Rechnung nach Positionen teilen: In der Demo mit einem bewusst komplizierten Tisch ausprobieren.
  5. Datenexport klären: Wem gehören deine Daten, und bekommst du sie beim Wechsel vollständig heraus? Schriftlich geben lassen.
  6. Support am Samstagabend: Dann brauchst du ihn — nicht dienstags um zehn.

Dein Kassensystem soll für dich arbeiten, nicht dich binden. In Deutschland entscheidet vor allem eines: TSE, GoBD und die ELSTER-Meldung müssen sauber laufen. Alles andere ist Komfort — und den solltest du nicht teurer bezahlen als nötig.

Mehr Hintergrund zu Funktionen und Kosten findest du in unserem Leitfaden Was ist ein Restaurant-Management-System? und in der Übersicht zu versteckten Gebühren bei Kassensystemen.