Was tun, wenn ein Gast am Tisch Zahnseide benutzt, läuft auf zwei Dinge hinaus: du stoppst die Sache leise und räumst den Teller ab, ohne den Müll mit bloßen Händen anzufassen. Siehst du den Gast noch dabei, leg eine extra Papierserviette auf den Tisch und sag: "Ich habe Ihnen eine frische Serviette gebracht, und die Toiletten sind gleich hinten den Gang entlang." Liegt der benutzte Zahnseidestick schon auf dem Teller, fass ihn nie mit bloßen Fingern an. Zieh dir einen Einmalhandschuh über, nimm den Stick auf und streif den Handschuh auf links ab, damit der Müll darin eingeschlossen bleibt. Wasch dir danach 20 Sekunden lang die Hände, bevor du das Essen für den nächsten Tisch anfasst.
Warum Gäste am Tisch Zahnseide benutzen und den Stick liegen lassen
Für die meisten Kellner und Kellnerinnen ist ein benutzter Zahnseidestick auf einem schmutzigen Teller genauso eklig wie ein abgeschnittener Fingernagel oder eine volle Windel. Ein Gast, der nach Schweinshaxe, Rippchen oder Maiskolben ein Stück Faden oder einen grünen Plastikstick aus der Tasche zieht, spritzt Speichel, Zahnbelag und winzige Blutstropfen über die Tischdecke, den Salzstreuer und die Sitzbank.
Für den Gast fühlt sich ein Zahnseidestick jedoch wie ein normaler Zahnstocher an, und viele Gäste werfen ihn einfach auf den Teller oder draußen auf den Gehweg. Das schafft drei echte Probleme für das Team:
- Spritzer auf dem Tisch: Wenn stramme Zahnseide zwischen den Backenzähnen durchschnappt, fliegen winzige Tröpfchen auf die Speisekarte, auf Ölflaschen und an Wassergläser.
- Fallen in der Spülküche: Wenn ein Kellner vier Teller auf dem Arm stapelt, drückt sich der Plastikstick in halbe Knödel oder Kräuterbutter, wo die Spülkraft im Becken blind hineingreift.
- Blicke vom Nachbartisch: In einem engen Gastraum, in dem Zweiertische nur 60 cm auseinanderstehen, vergeht dem Gast nebenan der Appetit, wenn ein Fremder Fleischreste aus seinen Backenzähnen zieht.
Wenn der Nachbartisch angewidert herüberschaut oder sich bei dir beschwert, mach vor dem Gast mit der Zahnseide keine Szene. Setz die verärgerten Gäste an einen freien Tisch um oder lass die Schichtleitung ein kostenloses Dessert für 8,00 € oder zwei Espressi für je 4,00 € schicken, damit dich ein unhöflicher Gast keinen guten Stammgast kostet. Behandle einen benutzten Zahnseidestick auf dem Teller immer wie ein benutztes Pflaster oder Taschentuch, niemals wie eine Gabel.
Was tun, wenn ein Gast am Tisch Zahnseide benutzt – sofort im Service
Was du sagst, hängt davon ab, ob der Gastraum leer oder voll ist und ob der Gast den Stick noch in der Hand hält.
1. Der Raum ist ruhig und niemand sonst sieht hin
Wenn der Gast um 14:30 Uhr allein in einer ruhigen Ecke sitzt und sich fünf Sekunden lang mit der Hand vor dem Mund einen Zahnstocher nimmt, lass es gut sein. Wenn du einen Gast wegen fünf Sekunden zurechtweist, obwohl niemand zuschaut, gibt es nur Streit und dein Trinkgeld ist weg. Warte, bis er den Stick ablegt, und bring dann eine gefaltete Papierserviette auf einer kleinen Untertasse, damit er ihn sauber einwickeln kann, bevor du den Teller abräumst.
2. Andere Gäste schauen hin oder fühlen sich unwohl
Wenn ein Gast mitten im vollen Gastraum offen an seinen Zähnen herumsägt, greif ein, ohne ihn vor allen bloßzustellen. Geh mit zwei gefalteten Papierservietten auf einem kleinen Brotteller zum Tisch, leg die Servietten direkt neben seine Hand und sag mit ruhiger, leiser Stimme:
- "Hier ist eine frische Serviette dafür, und unsere Toiletten mit Spiegel sind gleich hinter der Theke."
- "Ich nehme Ihnen das gern in dieser Serviette ab, damit ich Ihre Teller abräumen kann."
Die meisten Gäste verstehen den sanften Hinweis sofort, wickeln den Stick in die Serviette und hören auf. Macht ein Gast einfach weiter oder fängt am Tisch mit anderer Körperpflege an – etwa Fingernägel schneiden, lange Haare über den Tellern kämmen oder ein Baby auf der Sitzbank wickeln –, hol deine Restaurantleitung. Die Leitung hat die Befugnis, direkt zu sagen: "Aus Hygienegründen bitten wir Sie, für die Körperpflege den Waschraum zu nutzen." Wie du bei schwierigen Tischen höflich, aber klar bleibst, liest du in unserem Ratgeber zum Umgang mit unhöflichen Gästen im Restaurant.
Der Handschuh-Trick beim Abräumen von benutzter Zahnseide
Wenn du einen freien Tisch abräumst (Teller mitnehmen und neu eindecken) und einen nassen Faden Zahnseide oder einen Plastikstick auf dem Teller siehst, schieb ihn nicht mit dem Daumen weg und steck ihn niemals in deine Schürzentasche. Nutze direkt am Tisch eine dieser beiden sauberen Methoden.
Methode 1: Der dicke Serviettengriff (am schnellsten im Stoßgeschäft). Falte zwei dicke Papierservietten oder ein sauberes Küchentuch zu einem dicken Polster. Greif den benutzten Stick durch das Papier, sodass deine Haut ihm nicht nahekommt, und wirf Serviette und Stick direkt an der Servicestation in den Mülleimer. Leg eine Serviette mit benutzter Zahnseide niemals zurück auf dein Tablett neben saubere Wasserkaraffen oder Kaffeetassen.
Methode 2: Der umgestülpte Handschuhbeutel (am besten bei nassem Faden oder Blut). Zieh einen Einmalhandschuh aus Nitril aus deiner Schürze oder von der Servicestation über eine Hand und behalte dabei ein völlig ruhiges, neutrales Gesicht. Nimm die benutzte Zahnseide und die schmutzige Serviette in die behandschuhte Hand. Greif mit der sauberen Hand den Rand des Handschuhs am Handgelenk und zieh ihn über die Fingerspitzen ab, sodass er sich auf links dreht und den Müll wie in einem Beutel einschließt. Wirf den geschlossenen Handschuh in den Mülleimer und räum erst dann die Teller ab.
Sitzt der Gast noch am Tisch und prüft gerade den Kassenbon oder zahlt mit Karte, während du den Handschuh nutzt, bleib im Gesicht völlig ruhig und sag kein Wort dazu. Wenn ein Kellner den Zahnmüll mit einem Handschuh eintütet, wirkt das deutlicher als jede Belehrung, ohne dass der Gast einen Grund hat, sich bei deinem Chef zu beschweren.
Was 44,00 € im Monat für verpackte Zahnstocher deinem Restaurant sparen
Viele Gäste greifen am Tisch zum Zahnseidestick aus der Hosentasche, weil Fleischfasern oder Mohnsamen im Zahnfleisch drücken und sie bis zum Auto nichts anderes haben. Du stoppst das Problem am Tisch fast ganz, indem du Zahnstocher an einem anderen Ort anbietest:
- Stell niemals offene Becher mit losen Holzzahnstochern auf die Tische im Gastraum. Ein Becher mit offenen Zahnstochern lädt Gäste dazu ein, beim Reden 20 Minuten lang über dem Teller in den Zähnen zu stochern, und andere Gäste fassen jeden einzelnen Zahnstocher im Becher an.
- Leg einzeln in Papier verpackte Holzzahnstocher ans Empfangspult direkt am Ausgang, fünf Schritte vom Gastraum entfernt. Gäste nehmen sich beim Rausgehen einen mit und nutzen ihn vor der Tür oder im Auto.
- Stell eine kleine Schale mit einzeln verpackten Zahnstochern und kleine Becher mit Mundspülung im Waschraum neben das Waschbecken, den Spiegel und den Mülleimer. So geht ein Gast mit Essensresten zwischen den Zähnen kurz auf die Toilette, statt am Tisch daran herumzudoktern.
So sieht die Monatsrechnung für ein gut besuchtes Steakhaus oder Wirtshaus mit 60 Plätzen und 3.000 Gästen im Monat in Deutschland im Jahr 2026 aus:
| Lösung | Monatliche Materialkosten | Extra-Tischdesinfektion & Stopps in der Spülküche | Gratis-Artikel für angewiderte Nachbartische | Gesamtkosten pro Monat |
|---|---|---|---|---|
| Offene Zahnstocher auf dem Tisch oder gar kein Angebot | 0,00 € | 45 Extra-Reinigungen à 3 Minuten (2,25 Arbeitsstunden zu 16,00 €/Std. = 36,00 €) | 2 spendierte Desserts oder Getränke pro Monat (16,00 €) | 52,00 € + angewiderte Gäste |
| Einzeln verpackte Zahnstocher am Ausgang + Schale im Waschraum | 2 Kartons à 1.000 verpackte Zahnstocher (14,00 €) + 1 Box mit 100 Nitrilhandschuhen (9,00 €) + Mundspülung und Becher im Waschraum (21,00 €) = 44,00 € | Fast null an den Tischen | 0,00 € | 44,00 € |
Für 44,00 € im Monat – weniger als 1,50 € am Tag – gibst du deinen Gästen einen diskreten Ort für ihre Zähne, bevor sie an Tisch 6 einen Plastikstick herausholen.
Was du desinfizieren musst, wenn Zahnseide auf dem Tisch lag
Ein kurzes Abwischen mit einem feuchten Lappen reicht nicht aus, wenn ein Gast benutzte Zahnseide direkt auf der Holzplatte, zwischen Salz- und Pfeffermühle oder auf der Rechnungsmappe (dem Mäppchen für den Beleg) liegen lässt.
Geh vor dem nächsten Gast diese vier Schritte durch:
- Räum den Müll zuerst mit einem Handschuh oder einem dicken Papiertuch weg, damit du den Speichel nicht mit deinem Wischtuch über die ganze Tischplatte verteilst.
- Nimm Salzstreuer, Pfeffermühle, Soßenflaschen und abwaschbare Speisekarten vom Tisch und wisch sie mit einem für Lebensmittelbereiche geeigneten Desinfektionstuch oder Spray ab, weil Zahnseide beim Schnappen Tröpfchen 30 bis 60 cm weit über den Tisch spritzt.
- Sprüh oder wisch die Tischplatte mit einem zugelassenen Flächendesinfektionsmittel für die Gastronomie nach deinem Hygieneplan ab und lass die Fläche für die auf dem Etikett angegebene Einwirkzeit – meist 30 bis 60 Sekunden – feucht, bevor du sie trockenreibst.
- Wirf offene Zuckerpäckchen, Papieruntersetzer oder Papierservietten weg, die in Griffweite der benutzten Zahnseide lagen; Stoffservietten kommen direkt in den Sack für die Kochwäsche und werden niemals noch kurz zum Abwischen des Stuhls genutzt.
Regeln für Hygiene und Arbeitsschutz bei Speichel und Blut auf Tellern in Deutschland (2026)
Der Umgang mit Tellern und Servietten, an denen Speichel oder Blutspuren vom Zahnfleisch eines Gastes kleben, fällt in Deutschland im Jahr 2026 unter zwei Bereiche: Lebensmittelhygiene zum Schutz des nächsten Gastes und Arbeitsschutz für dich.
- Händewaschen nach schmutzigem Geschirr (Lebensmittelhygiene-Verordnung LMHV und Verordnung (EG) Nr. 852/2004): Die Lebensmittelüberwachung und das Gesundheitsamt (das auch die Belehrung nach § 43 IfSG durchführt) verlangen im Rahmen von HACCP, dass Personal im Service und in der Küche nach dem Anfassen von schmutzigem Geschirr oder Besteck und vor dem Kontakt mit sauberem Geschirr oder offenen Speisen gründlich die Hände wäscht. Wasch dir die Hände 20 Sekunden lang mit Seife und fließendem warmem Wasser an einem ausgewiesenen Handwaschbecken – niemals im Ausgussbecken hinter der Theke oder im Spülbecken für Geschirr. Händedesinfektionsmittel ersetzt nach dem Abräumen schmutziger Teller nicht das Waschen mit Wasser und Seife.
- Handschuhe ersetzen kein Händewaschen (HACCP-Eigenkontrolle und TRBA 250): Ein Einmalhandschuh schützt deine Haut beim Aufheben eines benutzten Zahnseidesticks, aber du musst dir nach dem Ausziehen trotzdem die Hände waschen, wenn du schmutziges Geschirr berührt hast oder bevor du saubere Teller und Essen anfasst.
- Blut auf einer Serviette oder einem Teller (Biostoffverordnung BioStoffV und Arbeitsschutzgesetz ArbSchG): Normaler Speichel an einer Gabel gehört zum Alltag in der Spülküche. Hat das Zahnfleisch eines Gastes jedoch stark in einen Stapel Servietten geblutet oder klebt sichtbares Blut an der Spitze eines Zahnstochers, müssen Kellner, Kellnerinnen und Spülkräfte Einmalhandschuhe tragen und den Müll entsorgen, ohne den Müllbeutel mit bloßen Händen nach unten zu drücken. Nach der PSA-Benutzungsverordnung und den Vorgaben der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) muss dein Arbeitgeber dir diese Schutzhandschuhe kostenlos zur Verfügung stellen. Da Regeln sich ändern können, frag bei deinem örtlichen Gesundheitsamt oder der BGN nach den aktuellen Vorgaben.
Aufgaben für diese Woche
- Leg vor dem Freitagabend-Service 3 bis 4 Paar Einmalhandschuhe aus Nitril in einem sauberen Druckverschlussbeutel in deine Kellnerschürze oder an die zentrale Servicestation.
- Räum alle offenen Becher mit unverpackten Zahnstochern von den Tischen im Gastraum und stell eine Schachtel mit einzeln verpackten Zahnstochern ans Empfangspult am Ausgang.
- Stell eine kleine Schale mit verpackten Zahnstochern direkt neben den Spiegel und den Mülleimer im Waschraum, damit Gäste eine saubere Lösung abseits der Tische haben.
- Übe den einen Satz mit der Serviette – "Hier ist eine frische Serviette dafür, und unsere Toiletten sind gleich hinter der Theke" –, damit du Zahnpflege am Tisch ohne Streit beendest.
- Erinnere alle im Service und in der Spülküche daran, Müll im Eimer niemals mit bloßen Händen herunterzudrücken, weil spitze Plastiksticks und Holzzahnstocher dünne Müllbeutel sofort durchstechen.