Ein Food-Geschäft aus der eigenen Küche ist die günstigste echte Selbstständigkeit, die du 2026 starten kannst. Keine Pacht, kein Umbau, kein Personal. Dein Backofen ist längst bezahlt, und tausende Leute machen aus dem Wochenendbacken 1.000 € bis 4.000 € im Monat.

Hier die ganze Checkliste in einem Absatz. Such ein Produkt, nach dem dich Leute sowieso schon fragen. Melde ein Gewerbe an (20 € bis 60 €) und registriere dich bei der Lebensmittelüberwachung (meist kostenlos). Mach die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz. Richte einen sauberen, getrennten Küchenbereich ein. Kalkuliere jeden Artikel und setz den Preis auf das Drei- bis Vierfache von Wareneinsatz plus Verpackung. Druck Etiketten mit Zutaten und Allergenen. Leg deine Karte hinter einen Link, damit Leute ohne Chatchaos bestellen können. Starte mit Vorbestellungen zur Abholung. Und führ ab Tag eins einfache Aufzeichnungen. Das war's — die meisten schaffen alle Punkte in etwa drei Wochen und für unter 500 €.

Unten steht dieselbe Liste ausführlich, in der Reihenfolge, in der du sie wirklich abarbeiten solltest. Von oben nach unten, und überspring Phase 2 nicht.

Phase 1: Entscheide, was du verkaufst (Tag 1–5)

Die meisten Heimküchen scheitern an der Größe der Karte, nicht am Kochen. Zwanzig Produkte heißen zwanzig Einkaufslisten und ein Kühlschrank voller Verlust.

  • Wähl ein Hauptprodukt. Das, worum Freunde dich sowieso bitten. Nicht die zwanzig Sachen, die du kannst.
  • Nimm höchstens zwei Ergänzungen dazu. Eine größere Variante, ein kleines Extra. Drei Artikel sind ein Geschäft. Zwölf sind ein Hobby, das Geld kostet.
  • Lagerfähig ist einfacher. Kekse, Brownies, Sauerteigbrot, Granola, Marmelade, Gewürzmischungen und Pralinen brauchen keine Kühlkette. Gekühlte Ware ist in Deutschland ausdrücklich erlaubt — aber sie bringt Kühlkette, Verbrauchsdatum statt Mindesthaltbarkeitsdatum und mehr Aufmerksamkeit vom Amt mit sich.
  • Schau, wer es lokal schon macht. Wenn vier Heimbäckerinnen in deiner Stadt Zimtschnecken verkaufen, mach das, was niemand gut macht.
  • Test die Nachfrage, bevor du einen Cent ausgibst. Poste ein Foto: "Ich nehme 10 Boxen für Samstag, 18 € pro Box." Sagen zehn Leute ja, hast du ein Geschäft. Sagen zwei ja, änderst du das Produkt — nicht den Preis.
  • Sicher dir Name und Handle. Derselbe Name auf Instagram, WhatsApp und deinem Bestelllink. Lass die Leute nicht raten.

Diese Phase kostet einen Nachmittag und spart Leuten regelmäßig vierstellige Beträge. Mach sie ordentlich.

Phase 2: Alles anmelden

Das ist der Punkt, den alle überspringen wollen. Tu es nicht. Eine Nachbarschaftsbeschwerde oder ein kranker Kunde können alles an einem Tag beenden — und die Anmeldung ist meistens günstiger und schneller, als Leute denken.

Und die gute Nachricht vorweg: In Deutschland darfst du aus deiner ganz normalen Privatküche verkaufen. Die EU-Verordnung (EG) Nr. 852/2004 hat in Anhang II Kapitel III ein eigenes Kapitel für Räume, die hauptsächlich privat genutzt werden, in denen aber regelmäßig Lebensmittel für den Verkauf zubereitet werden. Es gibt keine Umsatzobergrenze, kein Verbot warmer Gerichte und kein Versandverbot innerhalb Deutschlands und der EU. Wer amerikanische Ratgeber liest, findet dort das genaue Gegenteil — die "Cottage Food Laws" der US-Bundesstaaten gelten hier nicht.

Der Weg:

  1. Gewerbe anmelden beim Gewerbeamt deiner Stadt, oft online. 20 € bis 60 € je nach Kommune.
  2. Als Lebensmittelunternehmer registrieren. Das verlangt Artikel 6 der Verordnung 852/2004 von jedem Betrieb. Zuständig ist die Lebensmittelüberwachung bei Landratsamt, Veterinär- oder Ordnungsamt. In der Regel kostenlos, vielerorts direkt mit der Gewerbeanmeldung erledigt.
  3. Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz. Über das Gesundheitsamt oder einen zugelassenen Anbieter, 20 € bis 35 €, darf beim Start höchstens drei Monate alt sein.
  4. Hygieneschulung und ein einfaches HACCP-Konzept. Online 20 € bis 80 €. Für eine Heimküche reicht meist ein kurzes Dokument plus eine Temperaturliste.
  5. Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über ELSTER, innerhalb eines Monats nach dem Start. Dort wählst du die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG: keine Umsatzsteuer, solange du im Vorjahr unter 25.000 € und im laufenden Jahr unter 100.000 € bleibst.
  6. Bei der Berufsgenossenschaft BGN anmelden, innerhalb einer Woche nach dem Start, auch ohne Angestellte.
  7. Handwerkskammer fragen, wenn du backst. Bäcker und Konditor sind zulassungspflichtige Handwerke, und der Umfang spielt dabei zunächst keine Rolle. Wege ohne Meisterbrief gibt es mehrere: einfache Tätigkeiten nach § 1 Abs. 2 HwO, Ausnahmebewilligung nach § 8, Altgesellenregelung nach § 7b oder ein angestellter Betriebsleiter. Deine Kammer entscheidet regional — ruf an und lass dir die Auskunft schriftlich geben.
  8. Bei LUCID registrieren. Sobald du verpackte Ware an Endkunden abgibst, greift das Verpackungsgesetz. Registrierung im LUCID-Register und Beteiligung an einem dualen System. Es gibt keine Mindestmenge, und die Bußgelder reichen bis 200.000 €. Für kleine Mengen kostet die Systembeteiligung oft nur 30 € bis 80 € im Jahr.
  9. Die Regeln über dem Gesetz prüfen. Dein Mietvertrag, deine Vermieterin oder die Teilungserklärung der Eigentümergemeinschaft können eigene Meinungen zu einem Gewerbe an deiner Adresse haben. Frag, bevor du wirbst.
  10. Betriebs- und Produkthaftpflicht abschließen. Rund 150 € bis 400 € im Jahr. Deine private Haftpflicht deckt gewerbliche Tätigkeit nicht. Märkte und Veranstalter verlangen oft einen Nachweis, bevor du einen Stand bekommst.

Regeln ändern sich, und die Auslegung ist regional unterschiedlich. Ruf vor dem ersten Verkauf bei deiner Lebensmittelüberwachung an — nicht in einer Facebook-Gruppe nachfragen.

Phase 3: Checkliste für die Küche

Du brauchst keine Gastroküche. Du brauchst eine Küche, bei der eine Kontrolleurin nicken würde.

  • Ein fester Arbeitsbereich. Eine Arbeitsplatte, ein Regal, ein Schrank — nur fürs Geschäft.
  • Getrennte Lagerung. Geschäftszutaten kommen nie zu den Familienlebensmitteln. Beschrifte das Regal.
  • Ein digitales Thermometer. Pflicht, sobald etwas gegart oder gekühlt wird.
  • Handwaschroutine. Seife, Papiertücher, Haare zusammengebunden. An solchen Kleinigkeiten scheitern Kontrollen.
  • Keine Haustiere in der Küche, während du produzierst. Das steht in vielen Hygienekonzepten ausdrücklich drin.
  • Schädlingssichere Behälter. Mehl und Zucker immer in verschließbaren Boxen.
  • Ein Reinigungsnachweis. Eine Seite im Notizbuch, eine Zeile pro Produktionstag. Zehn Sekunden Aufwand, und es ist dein Beleg.
  • Eine Temperaturliste. Kühlschrank täglich notieren. Nach DIN 10508 gilt: kalt höchstens 7 °C, Fleisch 4 °C, Hackfleisch 2 °C, tiefgekühlt −18 °C, warmhalten mindestens 65 °C, wiedererhitzen 72 °C für zwei Minuten.
  • Genug Platz zum Auskühlen und Trocknen. Das unterschätzen alle. Fünfzig Kekse brauchen irgendwo einen Platz.
  • Rechne deine Chargenkapazität aus. Wie viele Boxen schaffst du in einer Vier-Stunden-Session? Diese Zahl ist dein echtes Bestelllimit — kenn sie, bevor du Bestellungen annimmst.

Phase 4: Kalkulieren, dann wie ein Geschäft bepreisen

Zu niedrige Preise bringen mehr Heimküchen um als schlechtes Backen. Der Supermarkt ist nicht deine Konkurrenz — du bist frisch, handgemacht und persönlich.

Die Formel: das Drei- bis Vierfache von Wareneinsatz plus Verpackung.

Ein durchgerechnetes Beispiel für ein Dutzend Kekse:

KostenpositionBetrag
Zutaten4,50 €
Box, Etikett, Band1,20 €
Gesamtkosten5,70 €
Dein Preis (Faktor 3–4)17–23 €

Dieser Abstand ist keine Gier. Er bezahlt deine Stunden, den Strom, die verbrannte Charge und die Steuer, an die niemand denkt. Wenn es dir trotzdem hoch vorkommt: Du verkaufst auch die Tatsache, dass jemand anderes nicht backen musste.

Deutsche Richtwerte 2026, damit du dich einordnen kannst:

ProduktÜblicher Preis
Keks, normale Größe1,80–2,50 €
Dicker Cookie im US-Stil3,50–5,00 €
Sauerteigbrot, 1 kg6,00–9,00 €
Torte, pro Portion4,00–5,50 €
Meal-Prep-Gericht9,00–13,00 €
Dekorationszeit bei Motivtorten25–35 € pro Stunde

Zwei Regeln, die deine Marge schützen:

  • Zähl alles, was das Haus verlässt. Backpapier, Aufkleber, der Gratis-Keks obendrauf, die Fahrt zur Übergabe. Kleine Kosten fressen Gewinn leise auf.
  • Kalkulier alle 60 Tage neu. Butter-, Eier- und Verpackungspreise haben sich 2026 deutlich bewegt. Alte Preise machen aus Gewinn still und leise Wohltätigkeit.

Die genaue Rechnung pro Artikel steht in unserem Ratgeber Tellerkosten berechnen.

Phase 5: Verpackung und Etiketten

Etiketten sind Pflicht — und gleichzeitig deine günstigste Werbung. Was auf eine Fertigpackung gehört:

  • Bezeichnung des Lebensmittels
  • Zutatenverzeichnis, absteigend nach Gewicht
  • Allergene hervorgehoben — fett, unterstrichen oder in Großbuchstaben. Es sind 14 Allergene nach Anhang II der LMIV, also mehr als die neun in den USA. Senf, Sellerie, Lupine und Schwefeldioxid werden dabei am häufigsten vergessen.
  • Nettofüllmenge
  • Mindesthaltbarkeitsdatum (bei leicht verderblicher Ware stattdessen ein Verbrauchsdatum)
  • Name und Anschrift des Lebensmittelunternehmers — also deine
  • Los-Kennzeichnung nach der Los-Kennzeichnungs-Verordnung, meist als "L" plus Datum
  • Nährwertdeklaration — mit Ausnahmen nach Anhang V LMIV, etwa für Kräuter und Gewürze oder für handwerklich hergestellte kleine Mengen im lokalen Verkauf. Prüf, ob eine davon auf dich passt.
  • Dein Bestelllink oder ein QR-Code — damit die Box die nächste Bestellung verkauft

Ein wichtiger Unterschied, den viele falsch verstehen: Wenn du Ware direkt am Verkaufsort verpackst und dort übergibst, bleibt sie nach Art. 44 LMIV lose Ware und braucht kein vollständiges Etikett — die Allergeninformation aber sehr wohl. Zur Fertigpackung mit allen Pflichtangaben wird es erst, wenn du sie außerhalb des Herstellungsortes verkaufst, also im Versand, im Café oder im Regal.

Kauf Verpackung anfangs in der kleinstmöglichen Menge. Eine Palette Boxen für ein Produkt, das du im zweiten Monat streichst, ist Geld in der Garage.

Phase 6: Die Werkzeuge (und was du weglassen kannst)

Hier verbrennen neue Food-Geschäfte das meiste Geld. Du brauchst keine Website für 2.000 €, kein Kassensystem für 99 € im Monat und keine Lieferplattform, die 13 bis 30 % jeder Bestellung nimmt.

Du brauchst vier Dinge: eine sichtbare Karte, einen Weg, Bestellungen anzunehmen, einen Weg, eine Rechnung zu schicken, und einen Überblick, was sich verkauft.

Tabres gibt einer Heimküche alle vier kostenlos:

  • Ein eigener Karten-Link und eine QR-Speisekarte — etwa tabres.com/deinekueche, mit Fotos, Preisen, Portionsgrößen, Varianten (sechs oder zwölf Kekse) und Extras wie "mehr Schokolade".
  • Bestellannahme eingebaut. Schalte Abholung und Lieferung frei, leg Lieferradius, Mindestbestellwert und Liefergebühr fest. Bestellungen landen an einem Ort, in Echtzeit — nicht verstreut über Direktnachrichten, SMS und Sprachnotizen.
  • 14 Allergene pro Produkt, genau das, was die Kennzeichnung von dir verlangt, und sie bleiben fest auf jeder Bestellzeile und jedem Beleg.
  • Rechnungen und Belege über WhatsApp. Eine Rechnung vor der Zahlung oder einen Beleg danach, mit einem Tipp.
  • Ein QR-Code-Studio. Dein Logo und deine Farben mitten im Code, herunterladbar in Druckgröße für Box-Aufkleber, Marktschilder und Flyer.
  • Auswertungen und Verkaufsberichte. Sieh, was Gäste angeschaut, aber nicht bestellt haben — das ist dein nächster Bestseller — dazu Renner, Ladenhüter und Trends, als PDF exportierbar.

Kein Abo, keine Gebühr pro Standort, keine Provision auf deinen Umsatz, keine Kreditkarte bei der Anmeldung. Kostenlos ist hier keine Testphase — das ist der Preis.

Vorerst weglassen: eine eigene Website, bezahlte Anzeigen, eine App, gedruckte Karten und jedes Werkzeug mit monatlicher Gebühr, bevor du 50 Bestellungen hattest.

Ein rechtlicher Hinweis dazu: Sobald du online etwas anbietest — auch nur einen Karten-Link oder ein Instagram-Geschäftsprofil — brauchst du ein Impressum nach § 5 DDG und eine Datenschutzerklärung nach Art. 13 DSGVO. Ein fehlendes Impressum ist der häufigste Abmahngrund überhaupt und kostet schnell 200 € bis 1.500 €.

Phase 7: Deine ersten 10 Kundinnen und Kunden ohne Werbung

Deine ersten Kunden sind schon in deinem Handy. Die Aufgabe ist nicht Marketing — die Aufgabe ist, leicht bestellbar zu sein.

  • Setz den Karten-Link überall hin. Instagram-Bio, WhatsApp-Status, Facebook-Profil, meinetwegen die Heckscheibe.
  • Poste in lokalen Gruppen. Nachbarschaftsgruppen lieben die Geschichte einer lokalen Heimbäckerei mit echten Fotos von echtem Essen.
  • Arbeite nur mit Vorbestellungen. "Bestellschluss Donnerstag, Abholung Samstag." Du kochst exakt das, was verkauft ist. Kein Verlust, keine Panik.
  • Mach die Box teilbar. Ein Keks extra und eine kleine Karte mit deinem QR-Code machen aus Kunden dein Marketingteam.
  • Frag nach der Wiederholung. Ein einfaches "Same Box nächsten Freitag?" bringt etwa drei von zehn zurück. Das ist das eigentliche Geschäft.
  • Sammle ab Woche eins Rückmeldungen. Screenshots zufriedener Nachrichten reichen völlig, bis du einen Google-Eintrag hast. Aber: Bewertungen gegen eine Gegenleistung sind wettbewerbswidrig — freundlich fragen ja, belohnen nein.

Phase 8: Deine Startwoche, Tag für Tag

  • Montag — Karten-Link veröffentlichen, Startfoto posten, Vorbestellungen öffnen.
  • Dienstag — 20 Leute persönlich anschreiben. Keine Rundmail. Persönlich.
  • Mittwoch — ein Foto aus der Küche posten, an den Bestellschluss erinnern.
  • Donnerstag — Bestellungen schließen, einkaufen, Etiketten drucken.
  • Freitag — vorbereiten und backen. Nur, was bestellt ist.
  • Samstag — Abholungen und Lieferungen. Belege schicken. Von jeder Box ein Foto machen.
  • Sonntag — Geld zählen, notieren, was ausverkauft war, und allen schreiben: "Nächste Woche wieder?"

Wiederhol diese Woche viermal, dann weißt du, ob das ein Geschäft oder ein Hobby ist. Das entscheiden die Zahlen, nicht dein Gefühl.

Phase 9: Geld und Aufzeichnungen ab Tag eins

  • Eröffne ein eigenes Konto. Auch ein zweites Privatkonto reicht am Anfang. Vermischtes Geld ist bei der Steuererklärung ein Albtraum.
  • Heb jeden Beleg auf. Zutaten, Verpackung, Fahrtkosten, Gebühren — das meiste ist Betriebsausgabe.
  • Erfass Umsätze wöchentlich, nicht jährlich. Zehn Minuten am Sonntag schlagen ein verlorenes Wochenende im Frühjahr.
  • Behalt die Grenzen im Blick. Die Kleinunternehmergrenze liegt bei 25.000 € Vorjahr und 100.000 € laufendes Jahr. Bei der Gewerbesteuer gibt es einen Freibetrag von 24.500 € Gewinn.
  • Zahl dir selbst etwas. Setz einen echten Stundensatz für deine Zeit an. Wenn das Geschäft ihn nicht zahlen kann, stimmen die Preise nicht.
  • Denk an die Aufbewahrung. Geschäftsunterlagen bewahrst du in Deutschland je nach Art acht bis zehn Jahre auf. Ein Ordner pro Jahr reicht.

Was der Start wirklich kostet

PositionTypische Kosten
Gewerbeanmeldung20–60 €
Registrierung Lebensmittelüberwachungmeist 0 €
Belehrung § 43 IfSG20–35 €
Hygieneschulung online20–80 €
Verpackung und Etiketten (erste Charge)50–100 €
LUCID und Systembeteiligung30–80 € pro Jahr
Kleine Anschaffungen für die Küche0–200 €
Erster Wareneinkauf50–150 €
Karte, QR-Code und Bestelltools0 € mit Tabres
Betriebshaftpflicht (empfohlen)150–400 € pro Jahr
Realistischer Start200–500 €

Fehler, die Heimküchen beenden

  • Erst verkaufen, dann anmelden. Ein Bußgeld kostet mehr, als die Anmeldung je gekostet hätte.
  • Eine Karte mit 20 Positionen. Mehr Produkte heißt mehr Einkauf, mehr Verlust, langsamere Produktion.
  • Supermarktpreise kopieren. Du bist handgemacht. Nimm auch handgemachte Preise.
  • Keine Allergenkennzeichnung. Das ist Pflicht, und eine Reaktion ist eine zu viel.
  • Das Geschäft in Direktnachrichten führen. Keine Bestellhistorie, keine festen Preise, keine Auswertung — nur Chaos mit hübschen Fotos.
  • Jeden Tag kochen. Feste Bestelltage schützen deine Energie. Burnout schließt mehr Heimküchen als schlechte Umsätze.
  • Zu allem Ja sagen. "Kannst du bis Sonntag eine Hochzeitstorte machen?" ist der Weg, wie aus guten Wochen furchtbare werden.

Wann du aus der Heimküche rauswächst

Zu wenig Ofenplatz zu haben ist ein gutes Problem. Wenn die Wochenbestellungen dein Haus sprengen, gibt es drei normale nächste Schritte:

  1. Eine Restaurantküche außerhalb der Öffnungszeiten mieten — viele stehen von 22 bis 8 Uhr leer, üblich sind 12 € bis 30 € pro Stunde. Hier steht, wie so eine Anmietung funktioniert. Wichtig: Der Verpächter muss der Gebrauchsüberlassung schriftlich zustimmen, und du brauchst für diese Adresse eine eigene Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung.
  2. In eine Mietküche oder Lieferküche ziehen — ein fester Küchenplatz kostet 400 € bis 1.200 € im Monat. Lies vorher das ehrliche Geschäftsmodell Lieferküche.
  3. Ein kleines Ladenlokal oder Café eröffnen — der große Sprung, am besten mit einem Jahr echter Bestelldaten im Rücken.

Das Schöne daran: Wenn Karte und Bestellungen schon auf Tabres laufen, ziehen sie mit um. Filiale hinzufügen, gleicher Link, und deine Kundschaft merkt vom Umzug nichts — dasselbe kostenlose Konto trägt auch komplette Cafés und Betriebe mit mehreren Standorten.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Erlaubnis für ein Geschäft aus der Heimküche?

Eine gesonderte "Heimküchen-Erlaubnis" gibt es in Deutschland nicht. Du brauchst eine Gewerbeanmeldung, eine Registrierung bei der Lebensmittelüberwachung und die Belehrung nach § 43 IfSG. Zusammen meist unter 120 €. Wer backt, klärt vorher die Handwerkskammer.

Wie viel Geld brauche ich zum Start?

Für die meisten zwischen 200 € und 500 €. Anmeldungen und Schulung (60 € bis 175 €), Verpackung und Etiketten (50 € bis 100 €) und der erste Wareneinkauf. Deine Küche ist Startkapital, das dir schon gehört, und Karte und Bestelltools können null kosten.

Welches Essen darf ich von zu Hause verkaufen?

Grundsätzlich alles — anders als in den USA gibt es keine Verbotsliste. Der Unterschied liegt im Aufwand: Lagerfähige Ware wie Kekse, Brot, Marmelade und Gewürze ist einfach. Leicht verderbliche Ware wie Sahnetorten, gekühlte Gerichte oder Fleisch verlangt eine lückenlose Kühlkette, ein Verbrauchsdatum und mehr Aufmerksamkeit vom Amt.

Gibt es eine Umsatzgrenze?

Keine lebensmittelrechtliche. Steuerlich gibt es nur die Kleinunternehmergrenze von 25.000 € im Vorjahr und 100.000 € im laufenden Jahr — darüber führst du Umsatzsteuer ab, verkaufen darfst du trotzdem weiter.

Wie nehme ich Bestellungen an?

Leg deine Karte hinter einen Link mit Preisen, Fotos und Abhol- oder Lieferoption und teil diesen Link überall. Das schlägt Direktnachrichten, weil nichts verlorengeht, Preise nicht nachverhandelt werden und du eine Bestellhistorie bekommst, aus der du wirklich lernen kannst.

Wie viel kann eine Heimküche verdienen?

Die meisten nebenberuflichen Heimküchen kommen auf 500 € bis 2.000 € im Monat, starke mit Stammkundschaft auf 3.000 € bis 5.000 €, bevor sie aus dem Haus wachsen. Mehr Zahlen dazu in wie viel Geld man mit Essen von zu Hause verdienen kann.

Brauche ich eine Website, um Essen von zu Hause zu verkaufen?

Nein. Ein kostenloser Karten-Link mit Bestellfunktion macht denselben Job besser und ist an einem Abend eingerichtet. Die Website kommt später, wenn du weißt, welche Produkte sich wirklich verkaufen. Ein Impressum brauchst du allerdings so oder so.


Niemand braucht Investoren, ein Ladenlokal oder ein Software-Abo für 300 € im Monat, um aus der eigenen Küche ein Geschäft zu machen. Du brauchst ein gutes Produkt, ein paar günstige Anmeldungen, ehrliche Preise, klare Etiketten und einen Link, über den Leute bestellen können.

Arbeite diese Checkliste der Reihe nach ab. Hak Phase 1 diese Woche ab, Phase 2 nächste Woche, und richte deine kostenlose Karte bei Tabres ein, während die Anmeldung noch läuft. Den tieferen Blick auf Bestellungen und Preise gibt dir unser großer Ratgeber Essen von zu Hause verkaufen. Die erste Charge verkauft die zweite — das war schon immer so.