Ein Gast, der die Speisekarte nicht versteht, bestellt das Billigste darauf. Jedes Mal. Nicht aus Sparsamkeit — sondern weil er rät, und niemand rät teuer.

Kurze Antwort: Eine ordentlich übersetzte Speisekarte bringt dir größere Rechnungen von internationalen Gästen. Mach es in drei Schritten. Lass die Beschreibungen maschinell vorübersetzen, lass sie von einer Muttersprachlerin korrigieren, und lass eine Maschine niemals an deinen Allergentext. Gerichtsnamen bleiben in der Originalsprache, darunter kommt eine kurze Erklärung. Veröffentliche digital, damit eine Änderung alle Sprachen gleichzeitig aktualisiert statt vier Druckaufträge.

Google Übersetzer ist bei Sprache längst nicht mehr schlecht. Er ist schlecht bei Speisekarten. Das ist ein anderes Problem — und genau das, was dich Geld kostet.

Was maschinelle Übersetzung auf einer Speisekarte falsch macht

Moderne KI-Übersetzung kann normale Sätze gut. Eine Speisekarte besteht nicht aus normalen Sätzen. Sie ist eine Liste aus Eigennamen, Garmethoden, regionalen Gerichten und Pflichtangaben — alles ohne Kontext drumherum.

Hier bricht sie jedes Mal:

Das ProblemWas die Maschine machtWas es dich kostet
GerichtsnamenÜbersetzt sie wörtlich"Maultaschen" wird zu "mouth pockets". Gast scrollt weiter
Kein KontextRät bei kurzen Begriffen"Halbes Hähnchen" wird zu "half chicken" — okay. "Strammer Max" wird zu Unsinn
GarmethodenWählt die falsche Bedeutung"Blau gekocht" wird zu "cooked blue". Bestellt niemand
AllergeneÜbersetzt sie wie normale WörterDas ist der gefährliche Punkt. Siehe unten
PortionsangabenRechnet nichts um"250 g" bleibt "250 g" für einen Gast, der in Unzen denkt
Deine EigennamenÜbersetzt sie mitAus deinem "Feuerteufel-Burger" wird etwas Seltsames
TonBügelt ihn plattDeine warmen, witzigen Beschreibungen klingen wie eine Bedienungsanleitung

Nichts davon ist ein Fehler im Werkzeug. Das Werkzeug macht genau das, wofür es gebaut wurde. Eine Speisekarte ist eben kein Fließtext — sie ist eine Datenbank mit Adjektiven.

Der Allergen-Fehler ist der, der Existenzen kostet

Alles oben ist peinlich. Das hier ist etwas anderes.

Maschinelle Übersetzung dreht regelmäßig Verneinungen um oder lässt sie weg. "Enthält keine Nüsse" und "enthält Nüsse" sind in vielen Sprachen ein Wort auseinander. Übersetz eine Karte in sechs Sprachen, und niemand in deinem Team kann vier davon gut genug lesen, um das zu bemerken.

Regel ohne Ausnahme: Allergentext wird nie maschinell übersetzt und nie ungeprüft veröffentlicht. Lass ihn von einem Menschen übersetzen und von einem zweiten Menschen prüfen, der in dieser Sprache isst. Das sind vielleicht 40 Wörter pro Sprache. Es ist die billigste Sicherheitsmaßnahme, die du je kaufen wirst. Unser Ratgeber zum Deklarieren von Allergenen auf einer digitalen Speisekarte zeigt, wie du sie danach richtig darstellst.

Das Geld: was eine unverständliche Karte wirklich kostet

Rechnen wir, denn "besseres Gästeerlebnis" bezahlt keine Lieferantenrechnung.

Nimm ein Restaurant mit 60 Plätzen und 1.200 Gedecken im Monat. Sagen wir, 30 % sind internationale Gäste — in einer Innenstadt, einer Urlaubsregion oder in Hotelnähe völlig normal. Das sind 360 Gedecke.

Ein internationaler Gast mit einer Karte, die er nicht lesen kann, macht drei Dinge:

  • Lässt die Vorspeise weg. Weiß nicht, was es ist, riskiert keine 11 €.
  • Öffnet die Weinkarte gar nicht. Weinbeschreibungen sind der schwierigste Text auf jeder Karte.
  • Bestellt das Gericht, das er kennt. Meistens das günstigste und generischste, das du führst.

Nimm jetzt an, eine lesbare Karte bringt bei einem Viertel dieser Gedecke genau einen zusätzlichen Artikel — eine Vorspeise, ein Dessert, ein zweites Getränk für etwa 7 €.

90 Gedecke × 7 € = 630 € im Monat. 7.560 € im Jahr. Aus Text, den du einmal schreibst.

Und das ist die freundliche Rechnung. Sie ignoriert den Gast, der an deiner Tür vorbeigelaufen ist, weil die Karte im Schaufenster ihm nichts sagte, und die Bewertung "schönes Essen, aber wir wussten nie, was wir bestellen". Solche Bewertungen bremsen dich jahrelang leise aus — und sie tauchen in der Suche auf, worum es in unserem Artikel zu mehr Google-Bewertungen geht.

Dazu kommen Personalkosten. Jede unverständliche Karte macht dein Serviceteam zu Live-Übersetzern. Vier Minuten Karte erklären an Tisch neun sind vier Minuten, in denen an Tisch zwölf nichts verkauft wird.

In welche Sprachen solltest du übersetzen?

Nicht in alle. Hier machen die meisten entweder gar nichts oder neun Sprachen schlecht.

Fang mit zwei oder drei an. Nimm weitere dazu, wenn die Daten es sagen.

Woher die Daten kommen, in dieser Reihenfolge:

  1. Deine eigenen Speisekarten-Statistiken. Eine digitale Karte zeigt dir, aus welchen Ländern gescannt wurde. Das ist das ehrlichste Signal überhaupt, weil es deine echten Gäste sind und kein Durchschnitt einer Tourismusstatistik.
  2. Google Unternehmensprofil. Suchbegriffe und wie Leute dich finden.
  3. Buchungs- und Bewertungsportale. In welcher Sprache sind deine Bewertungen geschrieben?
  4. Deine Nachbarschaft. Welche Nationalität füllt das Hotel um die Ecke? Welche Reisebusse halten in der Nähe?
  5. Dein Team. Kellnerinnen wissen genau, in welcher Sprache sie am häufigsten gefragt werden. Frag heute.

Eine grobe Regel für Deutschland:

Deine LageSinnvolles erstes Set
Innenstadt einer TouristenstadtDeutsch + Englisch + dein größter Herkunftsmarkt
Küste, Alpen, FerienregionDeutsch + Englisch + Niederländisch oder Dänisch
Großstadtviertel mit vielen ZugewandertenDeutsch + Englisch + Türkisch, Arabisch, Polnisch oder Ukrainisch
BürostandortDeutsch + Englisch. Das reicht wirklich
Nähe UniversitätDeutsch + Englisch + die größte internationale Studierendengruppe
GrenznäheDeutsch + die Sprache von nebenan (Niederländisch, Polnisch, Tschechisch, Französisch)

Englisch ist überall dort Pflicht, wo Touristen sind. Es ist die Ausweichsprache, wenn die eigene nicht angeboten wird. Aber Englisch allein ist eine halbe Sache in einer Stadt voller niederländischer oder polnischer Gäste — sie lesen es, sie genießen es nur nicht. Und Genuss ist der Grund, warum jemand das Dessert bestellt.

Die Regel, die die meisten schlechten Übersetzungen repariert

Hier ist sie, und sie ist einfacher als gedacht:

Übersetz nicht den Namen des Gerichts. Übersetz die Beschreibung.

"Maultaschen" bleiben in jeder Sprache "Maultaschen". Darunter steht, in der Sprache des Gastes: pasta pockets filled with minced meat, spinach and herbs, served in broth.

Drei Gründe, warum das besser funktioniert:

  • Der Gast kann es laut bestellen. Er zeigt, spricht es aus, die Bedienung versteht. Ein übersetzter Name macht das kaputt.
  • Es behält den Zauber. "Mouth pockets" verkauft nichts. "Maultaschen — Teigtaschen mit Fleisch, Spinat und Kräutern" verkauft wunderbar.
  • Es bringt ihm etwas bei. Menschen lernen im Urlaub gern einen Gerichtsnamen. Sie erzählen ihn weiter. Das ist kostenloses Marketing.

Dasselbe gilt für deine eigenen Erfindungen. Wenn du es "Sonntagssünde" nennst, bleibt es in Polnisch, Türkisch und Arabisch die Sonntagssünde. Nur die Beschreibung wechselt.

Die deutsche Küche ist voll von Wörtern, die genau so behandelt gehören: Flammkuchen, Labskaus, Saumagen, Himmel un Ääd, Rösti, Königsberger Klopse, Handkäs mit Musik, Grünkohl mit Pinkel, Schupfnudeln, Spätzle. Kein Übersetzer der Welt macht das besser als ein Satz Erklärung darunter.

Ausnahme: einfache, funktionale Artikel. "Gemischter Salat" muss nicht geschützt werden. Übersetz ihn und geh weiter.

Vier Wege zur Übersetzung — und was sie wirklich kosten

MethodeKosten pro SpracheTempoGut fürEhrliches Urteil
Nur Google Übersetzer0 €MinutenNichts, was du veröffentlichstAls Entwurf okay. Nie als Karte
KI-Entwurf plus Korrektur50–150 €1–2 TageFast alleDer Standard 2026
Fachübersetzerin für Gastronomie120–350 €3–7 TageFine Dining, Menüfolgen, WeinkartenLohnt sich, wo Worte den Preis tragen
Zweisprachige Mitarbeiterineine Schicht LohnAm selben TagAlltagskartenSuper — wenn sie auch gut schreibt

Professionelle Übersetzung liegt in Deutschland üblicherweise bei 0,10 bis 0,20 € pro Wort. Eine Karte mit 60 Gerichten samt Beschreibungen hat grob 1.200 bis 1.800 Wörter — also 120 bis 350 € pro Sprache für eine vollständige professionelle Arbeit.

Der realistische Ablauf 2026 für die meisten Betriebe ist Zeile zwei. Eine KI liefert in Sekunden einen soliden Entwurf. Eine Muttersprachlerin braucht zwei Stunden, um Gerichtsnamen, Ton und Fehler zu korrigieren, zu 25 bis 50 € die Stunde. Du bekommst 90 % der professionellen Qualität zu einem Drittel des Preises — vorausgesetzt, wirklich jemand liest drüber. "KI plus Korrektur" ohne Korrektur ist Google Übersetzer mit Zwischenschritten.

Eine Warnung zur zweisprachigen Mitarbeiterin: Eine Sprache zu sprechen und in ihr Werbetexte zu schreiben sind zwei verschiedene Fähigkeiten. Deine polnische Kollegin spricht perfekt Polnisch und schreibt trotzdem vielleicht eine flache Beschreibung. Lass dir erst ein Gericht als Muster geben.

Und vergleich das alles mit Druck. Jede zusätzliche gedruckte Sprache ist eine eigene Auflage — grob 150 bis 500 € jedes Mal, wenn du einen Preis änderst. In unserer Kostenaufstellung zum Speisekartendruck stehen die Jahreszahlen, und der Vergleich QR-Speisekarte gegen gedruckte Karte zeigt, wo die Mischung gewinnt.

Bau ein Glossar, bevor du irgendetwas übersetzt

Diesen Schritt überspringen alle, und er spart bei der zweiten Sprache die meiste Zeit.

Schreib eine Seite mit deinen Begriffen und wie sie behandelt werden sollen. Gib sie jeder Übersetzerin und jedem KI-Prompt mit.

Bleibt im Original (nie übersetzen):

  • Dein Betriebsname und alle Namen deiner Signature-Gerichte
  • Traditionelle Gerichtsnamen: Spätzle, Flammkuchen, Labskaus, Rösti, Maultaschen, Bratwurst, Brezel
  • Geschützte Herkunftsbezeichnungen: Schwarzwälder Schinken, Allgäuer Emmentaler, Nürnberger Rostbratwürste, Champagne

Wird immer übersetzt, und zwar einheitlich:

  • Allergennamen — dasselbe Wort jedes Mal, in jeder Sprache
  • Garmethoden: gegrillt, gebraten, gedämpft, geschmort
  • Häufige Zutaten: Huhn, Knoblauch, Sahne
  • Alles im Hinweistext vor der Bestellung

Einmal entscheiden und dabei bleiben:

  • Portionsangaben — schreibst du für angelsächsische Gäste "225 g (8 oz)" dazu oder nicht?
  • Schärfegrad — Chili-Symbole, Wörter oder eine Zahl?
  • Dein Ton — was auf Deutsch verspielt ist, sollte woanders meist eher warm als witzig werden. Humor überlebt Übersetzungen selten.

Schreib das Glossar einmal, und jede weitere Sprache dauert halb so lang. Es sorgt außerdem dafür, dass deine Karte in sechs Sprachen nach dir klingt und nicht nach sechs verschiedenen Restaurants.

Allergene und Recht: Deutsch ist die Rechtssprache

Hier hört Übersetzung auf, Marketing zu sein.

Die Regel: Deine Pflichtangaben müssen auf Deutsch vorliegen. Jede andere Sprache ist eine Ergänzung, nie ein Ersatz. Nach Art. 15 LMIV muss die Information in einer Sprache stehen, die für die Verbraucher im Verkaufsland leicht verständlich ist — und Deutschland verlangt Deutsch.

Konkret für einen Betrieb in Deutschland:

  • 14 Allergene nach Anhang II LMIV für jedes Gericht. Bei loser Ware — also allem, was du am Tisch servierst — regelt die LMIDV, wie: schriftlich (Karte, Aushang, Kladde) oder mündlich, dann aber nur mit schriftlicher Dokumentation, die Gast und Behörde jederzeit einsehen können, plus einem gut sichtbaren Hinweis darauf. "Unser Koch weiß das" reicht nicht.
  • Zusatzstoff-Kenntlichmachung als Fußnotenlegende: mit Farbstoff, mit Konservierungsstoff, mit Antioxidationsmittel, mit Geschmacksverstärker, geschwefelt, geschwärzt, gewachst, mit Phosphat, mit Süßungsmittel, enthält eine Phenylalaninquelle, coffeinhaltig, chininhaltig.
  • Endpreise nach § 3 PAngV — inklusive Umsatzsteuer, in jeder Sprachversion identisch.
  • Preisverzeichnis am Eingang nach § 7 PAngV. Und das ist der Punkt, den fast niemand kennt: Eine QR-Speisekarte ersetzt den Aushang am Eingang nicht. Der muss dort hängen, in Deutsch.
  • Zuständig für Kontrollen ist das kommunale Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt.

Wie es in den Nachbarländern aussieht, falls du mehrere Standorte hast:

LandWas erwartet wird
Deutschland14 Allergene, LMIDV: schriftlich oder mündlich plus Doku und sichtbarer Hinweis
ÖsterreichMündliche Auskunft nur durch eine allergeninformationsgeschulte Person
SchweizKantonale Lebensmittelkontrolle, mündliche Auskunft mit Hinweis zulässig
Niederlande / BelgienMündliche Auskunft akzeptiert, gestützt auf sichtbaren Hinweis und schriftliche Aufzeichnung
Spanien, IrlandSchriftlich vor der Bestellung, in Irland ausdrücklich ohne dass der Gast fragen muss

Drei Sätze zum Merken:

  • Ein Übersetzungsfehler im Allergentext ist deine Haftung, nicht die des Werkzeugs. "Die App hat das so übersetzt" war noch nie eine Verteidigung.
  • Eine QR-Speisekarte zählt als "schriftlich" — solange der Gast sie vor der Bestellung erreicht und du eine Alternative für Leute ohne Handy hast.
  • Deine interne Allergen-Dokumentation bleibt auf Deutsch. Damit arbeiten Team und Kontrolle.

Die vollständige Liste steht in unserem Artikel zu den 14 Allergenen, die Restaurants kennen müssen, und Allergenpflichten in Europa schlüsselt die Länderregeln auf.

Warum übersetzte Allergene verkaufen und nicht nur schützen

Betriebe sehen Allergene als Pflichtübung. Gäste sehen sie als Vertrauenssignal — und der Effekt wird stärker, je weiter jemand von zu Hause weg ist.

Denk dich hinein. Du bist in einem Land, dessen Sprache du nicht sprichst, und du reagierst auf Sesam. Du gehst das Risiko nicht ein. Du isst irgendwo Sicheres und Langweiliges, wahrscheinlich eine Kette, wahrscheinlich heute Abend und morgen Abend auch.

Und jetzt stell dir vor, ein Restaurant in dieser Straße zeigt "enthält Sesam" in deiner Sprache. Du isst nicht nur dort — du bist erleichtert, du bleibst die ganze Woche, und du schreibst es in die Gruppe. Was danach am Tisch passiert, steht in unserem Artikel dazu, was zu tun ist, wenn ein Gast eine Allergie meldet.

Und Allergiegäste essen fast nie allein. Sie wählen das Lokal für den Tisch mit sechs Leuten aus. Übersetz die Allergene, und du gewinnst nicht ein Gedeck, sondern die ganze Reservierung.

Arabisch und Rechts-nach-links: Übersetzen reicht nicht

Wenn du Arabisch aufnimmst, wisse das vorher: Es sind nicht nur andere Wörter. Das ganze Layout kippt.

Der Text läuft von rechts nach links. Und mit ihm die Leserichtung der Seite — Überschriften, Preise, Symbole, alles. Eine Karte, die arabischen Text einfach in ein Links-nach-rechts-Layout klebt, sieht für arabische Leser in einer halben Sekunde kaputt aus. Das ist ein Vertrauensproblem, bevor überhaupt ein Gericht gelesen wurde.

Worauf es ankommt:

  • Vollständiges Rechts-nach-links-Layout, nicht nur rechtsbündiger Text
  • Modernes Hocharabisch, kein regionaler Dialekt — das ist das Register, das von Marokko bis Oman verstanden wird
  • Zahlen und Preise dort, wo arabische Leser sie erwarten
  • Eine Schrift, die Arabisch richtig darstellt. Viele dekorative Schriften tun das nicht, und dann hängen die Buchstaben nicht mehr zusammen

Dasselbe gilt in leichterer Form für Hebräisch. Und wenn Gäste aus dem arabischen Raum zu deinem Markt gehören — in deutschen Städten mit Kliniken, Messen und Einkaufslagen ein wachsendes Segment —, ist Arabisch kein nettes Extra. Es entscheidet, ob du in Betracht kommst oder weggescrollt wirst.

Veröffentlichen: eine Karte, viele Sprachen

Die Worte richtig zu haben ist die halbe Arbeit. Sie auszuliefern ist die andere — und daran scheitern gedruckte Karten.

Gedruckt: Vier Sprachen heißt vier Stapel, vier Druckaufträge und ein Gast mit der falschen Karte in der Hand. Ein Preis ändert sich, du druckst alles neu. Manche Häuser drücken Touristen am Ende die "englische Karte" von 2023 in die Hand, weil nur die deutschen neu gedruckt wurden.

Digital: Eine Karte, ein QR-Code, oben ein Sprachumschalter. Der Gast wählt seine Sprache, oder die Karte liest die Spracheinstellung seines Handys. Du änderst einen Preis einmal, und jede Sprache ist sofort aktuell.

Was eine mehrsprachige digitale Karte wirklich gut macht:

  • Ein QR-Code für alle Sprachen. Nicht ein Code pro Sprache — das wird eine Aufkleberwand, die niemand versteht.
  • Ein sichtbarer Sprachumschalter ganz oben. Flaggen sind hübsch, aber fehleranfällig (welche Flagge steht für Arabisch? welche für Englisch?). Nimm Sprachnamen in der jeweiligen Schrift: Deutsch · English · Türkçe · Polski · العربية.
  • Automatisch erkennen, aber überschreibbar. Ein deutscher Gast mit englisch eingestelltem Handy muss Deutsch wählen können.
  • Fotos, die gar keine Übersetzung brauchen. Ein gutes Bild hilft einem unsicheren Gast mehr als jede Formulierung. Wie du sie günstig fotografierst, steht in Speisekartenfotos für Online-Bestellungen.

Wenn deine Karte noch ein PDF ist, ist ein PDF in eine digitale QR-Speisekarte umwandeln der schnellste Weg hinüber, und eine QR-Speisekarte kostenlos erstellen beschreibt den Start von null.

Zur Einordnung: Tabres veröffentlicht deine Karte in beliebig vielen Sprachen — Gerichtsnamen, Beschreibungen, Allergene sowie Kopf- und Fußtext je Sprache — mit vollständiger Rechts-nach-links-Unterstützung für Arabisch, alles auf einem QR-Code. Es ist kostenlos, und unsere Begründung dafür ist öffentlich. Nimm das Werkzeug, das zu dir passt; die Methode hier funktioniert überall. Denk nur daran, auf der digitalen Karte auch ein Impressum nach § 5 DDG zu hinterlegen — das ist der häufigste Abmahngrund überhaupt.

Testen, bevor du veröffentlichst

Zwanzig Minuten Test finden fast alles.

  1. Lass es eine Muttersprachlerin laut vorlesen. Kein Korrekturlesen — vorlesen. Sie zuckt bei der schlechten Zeile zusammen, bevor sie erklären kann, warum.
  2. Prüf jede Verneinung. "Ohne Nüsse", "glutenfrei", "nicht scharf", "ohne Milchprodukte". Genau hier drehen Maschinen die Bedeutung.
  3. Öffne sie auf einem echten Handy. Lange deutsche und finnische Wörter sprengen Layouts. Arabisch und Russisch laufen länger als Englisch. Dinge rutschen raus.
  4. Prüf jeden Preis und jede Zahl. Dezimaltrennzeichen wechseln zwischen Sprachen, und ein Übersetzungstool "hilft" da gern mit.
  5. Such nach Resten. Nicht übersetztes Deutsch mitten in einer Beschreibung ist der häufigste Fehler überhaupt.
  6. Frag einen Gast. Ernsthaft — such dir einen Gast aus diesem Land und bitte ihn um eine Minute. Er sagt dir die Wahrheit umsonst.

Sieben Fehler, die echtes Geld kosten

  1. Gerichtsnamen wörtlich übersetzen. Lösung: Namen behalten, Beschreibung übersetzen.
  2. Allergene maschinell übersetzen. Lösung: Mensch übersetzt, zweiter Mensch prüft. Keine Ausnahme.
  3. Neun Sprachen schlecht machen. Lösung: Zwei gut schlagen neun schlecht. Sprachen dazunehmen, wenn die Daten es sagen.
  4. Einmal übersetzen und nie wieder. Lösung: Ändert sich ein Gericht, ändern sich alle Sprachen. Am selben Tag.
  5. Ein eigener QR-Code pro Sprache. Lösung: ein Code, ein Umschalter, der Gast entscheidet.
  6. Arabisch in ein Links-nach-rechts-Layout kleben. Lösung: richtiges Rechts-nach-links-Layout, oder Arabisch noch nicht anbieten.
  7. Preise in der Übersetzung verlieren. Lösung: Währung, Dezimaltrennzeichen und Portionsangaben in jeder Version prüfen.

Bring deine zweite Sprache diese Woche live

Du brauchst keinen Projektplan. Du brauchst etwa drei Stunden, verteilt auf ein paar Tage.

  1. Wähl eine Sprache. Die, nach der dein Team am häufigsten gefragt wird. Zwanzig Minuten.
  2. Schreib das Glossar. Eine Seite: was nie übersetzt wird, was immer. Dreißig Minuten.
  3. Lass eine KI einen Entwurf deiner Beschreibungen machen. Gib ihr das Glossar mit. Zehn Minuten.
  4. Lass eine Muttersprachlerin korrigieren. Zwei bezahlte Stunden. Das ist der Schritt, auf den es ankommt.
  5. Behandle die Allergene getrennt. Von Hand übersetzt, zweimal geprüft. Dreißig Minuten.
  6. Veröffentlichen und auf dem Handy testen. Laut lesen, Reste suchen. Zwanzig Minuten.

Und dann schau, was im nächsten Monat mit dem Durchschnittsbon dieser Gäste passiert. Wenn dein Speisekarten-Tool dir zeigt, aus welchen Ländern gescannt wird, siehst du die Verschiebung in den Daten — und weißt genau, welche Sprache als Zweites drankommt. Das ist dieselbe Denkweise wie beim Menu Engineering und bei der Preisgestaltung nach wahrgenommenem Wert.

Häufige Fragen

Wie übersetze ich meine Speisekarte richtig? Lass Gerichtsnamen in der Originalsprache und übersetz die Beschreibungen darunter. Nutz KI für einen Entwurf und bezahl dann zwei Stunden Korrektur durch eine Muttersprachlerin. Allergene übersetzt ein Mensch getrennt, geprüft von einem zweiten. Veröffentliche digital, damit eine Änderung alle Sprachen aktualisiert.

Reicht Google Übersetzer für eine Speisekarte? Für einen Entwurf ja. Zum Veröffentlichen nein. Er übersetzt Gerichtsnamen wörtlich, rät bei kurzen Begriffen ohne Kontext falsch und kann — am schlimmsten — Verneinungen im Allergentext umdrehen. Nutz ihn, um Zeit zu sparen, nie, um fertig zu werden.

Was kostet eine Speisekartenübersetzung? Professionell rund 0,10 bis 0,20 € pro Wort, also etwa 120 bis 350 € pro Sprache für eine Karte mit 60 Gerichten. Der übliche Weg 2026 ist ein KI-Entwurf plus zwei Stunden Korrektur, also 50 bis 150 € pro Sprache. Zum Vergleich: eine gedruckte Auflage kostet 150 bis 500 € pro Sprache — jedes Mal.

Wie viele Sprachen sollte eine Speisekarte haben? Zwei oder drei zum Start: Deutsch, Englisch und deine größte Gästegruppe. Weitere nur, wenn deine Daten es hergeben. Zwei gut gemachte schlagen sechs schlechte — eine schlechte Übersetzung wirkt wie Nachlässigkeit bei allem, auch beim Essen.

Soll ich Gerichtsnamen übersetzen? Nein. Traditionelle und eigene Namen bleiben im Original, darunter kommt eine kurze Beschreibung in der Sprache des Gastes. So kann er laut bestellen, das Gericht behält seinen Charakter, und du vermeidest die "mouth pockets"-Peinlichkeit.

Muss ich meine Karte rechtlich mehrsprachig anbieten? Nein. Pflicht ist, dass die vorgeschriebenen Angaben — vor allem die Allergene — auf Deutsch und verständlich vorliegen. Weitere Sprachen sind freiwillig und eine geschäftliche Entscheidung. Denk aber daran, dass das Preisverzeichnis am Eingang nach § 7 PAngV in deutscher Sprache aushängen muss.

Darf ich Allergenangaben maschinell übersetzen? Nein. Verneinungen und fast identische Wörter sind genau die Stelle, an der maschinelle Übersetzung scheitert, und die Folgen sind medizinisch, nicht kosmetisch. Lass Allergentext von einem Menschen übersetzen und von einem zweiten prüfen. Es sind meist unter 50 Wörter pro Sprache.

Wie zeige ich mehrere Sprachen auf einer QR-Speisekarte? Ein QR-Code mit einem Sprachumschalter oben. Lass die Karte die Handysprache erkennen, aber lass Gäste immer wechseln. Vermeide einen Code pro Sprache — Gäste scannen den falschen Aufkleber, und du vervielfachst jeden Druckauftrag.

Was ist bei Rechts-nach-links-Sprachen wie Arabisch zu beachten? Arabisch braucht ein komplett gespiegeltes Layout, nicht nur rechtsbündigen Text. Überschriften, Preise, Symbole und Leserichtung kippen mit. Nutz modernes Hocharabisch statt eines Dialekts und prüf, ob deine Schrift arabische Buchstaben verbunden darstellt.

Wie oft muss ich die Übersetzungen aktualisieren? Jedes Mal, wenn sich das Original ändert. Ein Preis, ein neues Gericht, eine getauschte Zutat — alle Sprachen am selben Tag. Das ist das stärkste Argument für eine digitale Karte: eine Änderung, alle Sprachen, kein Nachdruck und keine veraltete englische Version von vor zwei Sommern.


Die ehrliche Zusammenfassung: Speisekartenübersetzung ist kein Sprachprojekt. Es ist ein Verkaufsprojekt, bei dem zufällig Sprache vorkommt.

Behalt die Gerichtsnamen. Übersetz die Beschreibungen. Lass nie eine Maschine an deine Allergene. Mach zwei Sprachen richtig statt sechs schlampig, und veröffentliche dort, wo du in zehn Sekunden etwas ändern kannst.

Dann fängt der Gast, der früher auf das Billigste gezeigt hat, an zu bestellen wie zu Hause. Das ist die ganze Rendite — aus Arbeit, die du einmal machst.