Spam-Anrufe im Restaurant stoppen geht so: Lass jeden Anrufer eine kleine Sache tun, bevor das Telefon klingelt. Am Festnetz ist das eine kurze Ansage mit "Drücken Sie die 1", am Handy die Anrufprüfung, die zuerst nach dem Namen fragt. Roboteranrufe schaffen beides nicht, also erreichen dich die meisten nie. Frag dann deinen Anbieter nach einem Spamschutz und stell Öffnungszeiten, Speisekarte, Reservierung und Bestellung online, damit weniger echte Gäste anrufen.

Die Anrufe bildest du dir nicht ein. In den USA zählte YouMail, eine Firma, die Spam-Anrufe sperrt, im Juli 2026 rund 4,35 Milliarden Roboteranrufe. Das war der höchste Monatswert seit einem Jahr. Ein Roboteranruf ist ein Anruf, den ein Computer macht, meist mit einer aufgenommenen Stimme.

In Deutschland rufen außerdem Callcenter mit Werbung an, und Betrüger geben sich als Google oder als Lieferdienst aus. Einzelne Nummern zu sperren kommt da nicht hinterher.

Was dich die Spam-Anrufe jede Woche kosten

Ein Restaurant zum Rechnen: 60 Plätze, eine Telefonnummer bei Google und bei Lieferando, deutsche Preise 2026. Die Inhaberin zählt einen Tag lang die Anrufe: 30 Anrufe, davon 12 von Robotern, Werbefirmen oder Betrügern und 18 von echten Gästen. Die Zahlen sind ausgedacht, um die Rechnung zu zeigen, also zähl deine eigenen einen Tag lang.

Jeder Spam-Anruf kostet etwa 90 Sekunden. Du gehst zum Telefon, meldest dich, hörst den Roboter oder Verkäufer, legst auf und gehst zurück an die Arbeit. Das ist eine Faustregel, und das Schnitzel, das in der Pfanne zu dunkel wird, ist nicht mitgezählt.

Spam-AnrufePro TagPro Woche
Anrufe1284
Verlorene Zeit bei 90 Sekunden pro Anruf18 Minuten2 Stunden 6 Minuten
Kosten bei 18 € pro Stunde für die Person am Telefon5,40 €37,80 €

Die 18 € sind etwa 15 € Stundenlohn plus der Anteil, den du als Arbeitgeber für die Sozialversicherung zahlst. Aufs Jahr gerechnet sind das rund 1.970 € für eine einzige Telefonnummer. Dazu kommen der Stress und die echte Reservierung, die du verpasst, wenn viel los ist. Jede Lösung unten kostet weniger.

Schalte eine Ansage mit "Drücken Sie die 1" vor dein Telefon

Ein Sprachmenü ist eine aufgenommene Ansage, die zuerst abnimmt und den Anrufer bittet, eine Taste zu drücken. Anbieter nennen es auch IVR oder Telefonmenü. Die meisten Robotersysteme können keine Taste drücken, also kommen sie nie durch.

Inhaber, die so ein Menü nutzen, sagen, dass etwa 9 von 10 Roboteranrufen an der Ansage hängen bleiben. Nimm das als Faustregel und zähl eine Woche später noch einmal. Ein Mensch aus einem Callcenter drückt die 1 aber einfach. Ihm sagst du einmal klar Nein, wie weiter unten beschrieben.

Halt die Ansage unter 15 Sekunden und gib vor der Taste die Antwort, die die meisten Anrufer wollen:

"Danke für Ihren Anruf im [Name Ihres Restaurants]. Wir haben heute von 11 bis 22 Uhr geöffnet. Einen Tisch reservieren oder bestellen können Sie auf [Ihre Website]. Um mit uns zu sprechen, drücken Sie die 1."

  • Lass jede Taste am selben Telefon klingeln. "Für Bestellungen die 1, für Reservierungen die 2" geht auch, solange beide bei einem Menschen landen.
  • Schick Anrufer, die nichts drücken, auf den Anrufbeantworter, nicht ans Telefon. Viele Roboteranrufe spielen ihre Aufnahme bis zum Ende ab, also lässt "oder bleiben Sie dran" sie durch.
  • Ändere die Öffnungszeiten in der Ansage am selben Tag, an dem du sie bei Google änderst.

Im Beispiel fallen die 12 Spam-Anrufe am Tag auf etwa 3, weil Menschen aus Callcentern weiter durchkommen. Das gibt der Inhaberin etwa 1 Stunde 35 Minuten pro Woche zurück.

Bei einer Cloud-Telefonanlage, also einer Telefonanlage, die über das Internet läuft, ist das Sprachmenü oft schon im Tarif. Schau in die Einstellungen, oder bitte deinen Anbieter, es für dich einzurichten. Hat dein Anschluss keins, bieten Cloud-Telefonanlagen wie Placetel oder NFON ein Sprachmenü an. Vergleich vor dem Wechsel die Preisseiten, denn Tarife ändern sich.

Der Haken: Ein paar echte Gäste legen bei jeder Ansage auf. Halt die Ansage kurz und hör nach dem Mittagsgeschäft und nach dem Abendgeschäft den Anrufbeantworter ab, damit keine Reservierung lange wartet.

Spam-Anrufe im Restaurant stoppen, wenn dein Handy klingelt

Klingelt die Restaurantnummer auf deinem eigenen Handy, übernimmt das Handy die Prüfung kostenlos. Damit kommst du am nächsten daran, nur echte Menschen klingeln zu lassen.

iPhone

Geh mit iOS 26 auf Einstellungen > Apps > Telefon und wähl bei den unbekannten Anrufern die Option, nach dem Grund des Anrufs zu fragen. Ruft eine Nummer an, die nicht in deinen Kontakten steht, nimmt das iPhone ab und fragt nach Name und Grund. Ein Roboter sagt nichts, also klingelt dein Handy nie. Ein Gast sagt "Hier ist Julia, ich hätte gern heute Abend einen Tisch für vier", und du liest es auf dem Display, bevor du rangehst.

Apple bietet diese Prüfung nicht in jedem Land und in jeder Sprache an. Fehlt die Option in deinen Einstellungen, kann dein iPhone sie noch nicht.

Wähl auf einem Restauranthandy nicht Stummschalten. Damit landet jede unbekannte Nummer direkt auf der Mailbox, und die meisten neuen Gäste sind unbekannte Nummern. Laut Apple werden Anrufe im Roaming nicht geprüft.

Android

Öffne auf einem Google Pixel die Telefon-App, dann die Einstellungen und dort den Bereich für Spam und Anrufprüfung. Auf neueren Pixels stellst du die höchste Schutzstufe ein, die jede unbekannte Nummer so prüft wie das iPhone. Laut Google gibt es diese Prüfung nur in einigen Ländern und Sprachen, und sie fängt nicht jeden Roboteranruf ab.

Auf anderen Android-Handys mit der Telefon-App von Google schaltest du unter Anrufer-ID und Spam die Option Spamanrufe filtern ein. Die Namen der Menüs ändern sich ein wenig je nach Modell und Update.

Der Spamschutz deines Anbieters

Frag Telekom, Vodafone, O2 oder 1&1, ob dein Tarif bekannte Spamnummern sperrt oder vor ihnen warnt, und schalte das ein. Geschäftsanschlüsse haben nicht immer dieselben Funktionen, also frag beim Service für Geschäftskunden nach. Hat dein Anbieter nichts, warnen Apps wie Clever Dialer oder tellows vor Nummern, die andere Nutzer als Spam gemeldet haben.

Am Festnetz mit einer FRITZ!Box sperrst du Anrufe ohne Rufnummer unter Telefonie > Rufbehandlung > Rufsperren. Das fängt Anrufe aus dem Ausland mit gefälschter deutscher Festnetznummer ab, denn die kommen seit Dezember 2022 ohne Nummer an. Die meisten Spam-Anrufe zeigen aber eine Nummer, also stoppt die Sperre nur einen Teil. Gäste, die ihre Nummer unterdrücken, erreichen dich dann auch nicht mehr.

Warum "nur bei bekannten Nummern rangehen" Gäste kostet

Viele Inhaber gehen nur ran, wenn sie die Nummer kennen oder die Vorwahl aus der eigenen Stadt kommt, etwa 089 in München. Alles andere lassen sie klingeln. Das fängt den meisten Spam ab, verliert aber auch echte Gäste. Viele Gäste rufen vom Handy an, und eine Handynummer wie 0151 oder 0170 zeigt keine Stadt.

In Deutschland schickt das Netz außerdem nur die Nummer mit, keinen Namen. Ein neuer Gast sieht auf deinem Display also genauso aus wie ein Roboteranruf. Dazu kommen Touristen mit Nummern aus dem Ausland.

Nutz die Nummer als Hinweis, wenn viel los ist, nicht als Filter. Ein Spam-Hinweis deiner Telefon-App, deines Anbieters oder von tellows ist verlässlicher, weil er auf Meldungen vieler Nutzer beruht. Solche Anrufe lässt du ohne zweiten Blick klingeln.

Falsche Anrufe von Google und Lieferdiensten

Manche Spam-Anrufe sind keine Roboter, die jede Nummer wählen. Sie zielen auf Restaurants und wollen dein Geld oder deine Konten.

"Ihr Google-Eintrag wird gelöscht"

Eine aufgenommene Stimme sagt, dein Google-Eintrag müsse bestätigt werden oder werde gesperrt. Dann sollst du die 1 drücken oder zahlen. Google ruft Unternehmen manchmal wirklich an, zum Beispiel, um deine Angaben auf Google Maps zu prüfen. Laut Google wirst du bei diesen Anrufen aber nie gebeten, einen Dienst zu buchen, Geld zu zahlen oder persönliche Daten zu nennen.

Dein Google Unternehmensprofil ist kostenlos, und eine echte Bestätigung startest du selbst, in deinem Profil. Leg auf, ohne etwas zu drücken, auch wenn die Stimme es dir sagt. Laut Google kann das Drücken von Tasten zu noch mehr solchen Anrufen führen. Melden kannst du den Anruf über das Formular in Googles Hilfe zu falschen Google-Anrufen.

"Hier ist der Lieferando-Support"

Ein echter Mensch sagt, er sei von Lieferando, Uber Eats oder Wolt, und spricht von einem Problem mit einer Zahlung. Dann bittet er dich, einen Code vorzulesen, der gerade auf dein Handy gekommen ist. Mit dem Code meldet er sich in deinem Konto an und leitet deine Auszahlungen auf sein eigenes Bankkonto um. So ein Einmalcode gilt nur einmal und nur ein paar Minuten, und er ist nur für dich, egal wer anruft.

  • Lies nie einen Code laut vor, wenn dich jemand angerufen hat. Sag das jeder Person im Team, die ans Telefon geht.
  • Leg auf und ruf den Support selbst an, über die App oder das Portal für Restaurants.
  • Schalte in jeder Liefer-App die Anmeldung in zwei Schritten ein. Prüf, ob das Bankkonto für die Auszahlungen noch deins ist und ob die Auszahlung der letzten Woche angekommen ist.

Ruf Betrüger nicht zurück, um ihre Zeit zu verschwenden. Das kostet deine Zeit und zeigt ihnen, dass die Nummer funktioniert. Die Bundesnetzagentur warnt außerdem vor Ping-Anrufen: Das Telefon klingelt nur kurz, oft von einer Nummer aus dem Ausland, und der Rückruf kostet viel Geld.

Viele Inhaber merken mehr solche Anrufe, kurz nachdem sie bei einem Lieferdienst angefangen haben. Es gibt keinen öffentlichen Beweis, dass die Apps deine Nummer weitergeben. Aber ein neuer Eintrag bringt deine Nummer und deinen Restaurantnamen auf mehr öffentliche Seiten, und Betrüger suchen sich Restaurants, die die App noch lernen. Gib den Apps die Nummer des Restaurants, nicht dein eigenes Handy, damit diese Anrufe bei der Leitung mit der Ansage landen.

Verleg die einfachen Anrufe ins Internet

Je weniger echte Gäste anrufen müssen, desto leichter lässt du unbekannte Nummern auf den Anrufbeantworter laufen. Im Beispiel sind die 18 echten Anrufe am Tag 6 Fragen zu Öffnungszeiten, Speisekarte oder Parken, 9 Reservierungen und 3 Bestellungen zum Abholen.

  • Trag Öffnungszeiten, Zeiten an Feiertagen, einen Link zur Speisekarte, einen Reservierungslink und einen Bestelllink in dein Google Unternehmensprofil ein. Gäste schauen dort nach, bevor sie anrufen.
  • Stell dieselben fünf Dinge oben auf die Startseite deiner Website.
  • Nimm Bestellungen auf deiner eigenen Seite an. Einen eigenen Lieferdienst mit Onlinebestellung aufbauen bringt Telefonbestellungen auf einen Bildschirm.

Hören die 6 Fragen auf und läuft die Hälfte der Reservierungen online, fallen die echten Anrufe von 18 auf etwa 8 am Tag. Das ist eine Faustregel für ein Restaurant mit guter Onlinereservierung. Ein Lokal voller Stammgäste, die lieber anrufen, spart weniger.

Werbeanrufe, gefälschte Nummern und wo du sie meldest (Deutschland, 2026)

Was das Gesetz zu Werbeanrufen sagt

In Deutschland gibt es keine staatliche Liste, in die du deine Nummer gegen Werbeanrufe einträgst. Das regelt § 7 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG). Privatleute darf eine Firma nur zu Werbung anrufen, wenn sie vorher ausdrücklich Ja gesagt haben.

Bei Firmen wie deinem Restaurant reicht eine mutmaßliche Einwilligung. Das heißt: Der Anrufer darf annehmen, dass du den Anruf willst, weil das Angebot zu deinem Betrieb passt. Sag deshalb beim ersten Werbeanruf klar: "Bitte rufen Sie uns nicht mehr an." Danach darf die Firma das nicht mehr annehmen.

Das stoppt Werbeanrufe von echten Firmen, nicht von Betrügern, die sich sowieso nicht an Gesetze halten. Frag bei deiner IHK nach, wenn du bei einem Fall unsicher bist, denn Regeln ändern sich.

Gefälschte Nummern aus dem Ausland

Seit dem 1. Dezember 2022 dürfen Netzbetreiber bei Anrufen aus dem Ausland keine deutsche Festnetznummer mehr anzeigen. Solche Anrufe kommen ohne Nummer an. Deutsche Handynummern sind ausgenommen, damit Leute im Urlaub weiter mit ihrer Nummer anrufen können.

Eine deutsche Festnetznummer auf dem Display sagt dir aber nicht, ob ein Mensch oder ein Roboter anruft. Auch ein Werbeanruf aus einem Callcenter in Deutschland zeigt eine echte Nummer. Die aktuellen Regeln findest du bei der Bundesnetzagentur.

Wo du Anrufe meldest

  • Unerlaubte Werbeanrufe: bei der Bundesnetzagentur auf bundesnetzagentur.de.
  • Ping-Anrufe und missbrauchte oder gefälschte Nummern: ebenfalls bei der Bundesnetzagentur.
  • Betrug, also wenn jemand Geld, Zugangsdaten oder einen Code will: bei der Polizei, vor Ort oder online in der Internetwache deines Bundeslandes.

Gib die Nummer an, die auf deinem Display stand, auch wenn du sie für gefälscht hältst. Schreib gleich nach dem Auflegen Datum, Uhrzeit und den Namen der Firma auf. Die Bundesnetzagentur lässt missbrauchte Nummern abschalten und kann für unerlaubte Werbeanrufe Bußgelder bis 300.000 € verhängen. Regeln ändern sich, also prüf den aktuellen Stand auf bundesnetzagentur.de.

Diese Woche erledigen

  • Zähl einen Tag lang deine Anrufe: Spam, echte Gäste und was die Gäste gefragt haben.
  • Bitte deinen Telefonanbieter um eine kurze Ansage mit "Drücken Sie die 1" und euren Öffnungszeiten vor der Restaurantnummer.
  • Schalte am Handy die Prüfung unbekannter Anrufer (iPhone) oder den Spamfilter der Telefon-App (Android) ein und frag deinen Anbieter nach seinem Spamschutz.
  • Trag Öffnungszeiten, Speisekarte, Reservierungslink und Bestelllink in dein Google Unternehmensprofil ein.
  • Schalte in jeder Liefer-App die Anmeldung in zwei Schritten ein und sag deinem Team, dass es nie einen Code vorliest.