Eine einzige Geburtstagsfeier mit 40 Gästen bringt einem Partyservice mehr als ein ganzer Monat auf dem Wochenmarkt. Das ist das stille Geheimnis vom Catering für kleine Feiern: weniger Kundschaft, größere Aufträge und eine Gästezahl, die du Wochen vorher kennst.

Die Kurzfassung, bevor wir tiefer gehen. Für einen Partyservice von zu Hause brauchst du drei Dinge: eine saubere rechtliche Grundlage — und anders als in den USA darf das in Deutschland deine eigene Küche sein —, eine kurze Karte, die den Transport übersteht, und einen Preis pro Person, der auf dem Dreifachen deines Wareneinsatzes steht. Kleine Feiern mit 20 bis 60 Gästen im Liefer-und-Aufbau-Format sind der beste Einstieg. Sie bringen 22 € bis 40 € pro Kopf, brauchen kaum Personal, und eine gute Veranstaltung lässt 400 € bis 600 € Gewinn übrig. Fang da an, nicht bei Hochzeiten.

Partyservice von zu Hause heißt in Deutschland wirklich: von zu Hause

Hier weicht die deutsche Realität komplett von dem ab, was du in englischsprachigen Ratgebern liest.

In den USA verbieten die "cottage food laws" der Bundesstaaten genau das, woraus Catering besteht: warme Gerichte, Fleisch, Rahmsaucen, gekochten Reis. Der Standardrat dort lautet deshalb: Miete dir eine gewerbliche Küche.

In Deutschland gilt das so nicht. Die Verordnung (EG) Nr. 852/2004 nennt in Anhang II Kapitel III ausdrücklich "Räume, die hauptsächlich als private Wohnräume genutzt werden, in denen jedoch regelmäßig Lebensmittel für das Inverkehrbringen zubereitet werden". Deine Küche darf also die Produktionsstätte sein — auch für warme Speisen, auch für Fleisch.

Was dafür nach oben geht, sind die Auflagen. Sobald du leicht verderbliche Speisen zubereitest, willst du ein sauberes HACCP-Konzept, dokumentierte Temperaturen, eine getrennte Lagerung der Geschäftsware und eine Küche, die einen unangekündigten Besuch der Lebensmittelüberwachung aushält. Bei Catering schaut das Amt deutlich genauer hin als bei einer Marmeladenküche, weil warme Speisen für viele Gäste zu den riskanteren Tätigkeiten gehören.

Und irgendwann wird die eigene Küche einfach zu klein. Wenn du zwischen den Welten schwankst, vergleicht unser Beitrag Ghost Kitchen gegen Heimküche denselben Kompromiss aus einem anderen Blickwinkel.

Die drei Wege im Vergleich

WegWas er erlaubtÜbliche KostenPasst für
Eigene HeimkücheAlles, was dein Amt abnimmt. Warme Speisen, Fleisch, Milchprodukte0 € Miete, dafür AuflagenDen Start bis grob 40 bis 60 Gäste je Termin
Mietküche stundenweiseAlles, plus Platz und Technik15 – 40 € je Stunde, oder 250 – 700 € im MonatWachstum, mehrere Termine pro Wochenende
Restaurantküche außerhalb der ÖffnungszeitenWie oben, wenn der Betreiber mitzieht200 – 600 € im Monat, manchmal im TauschAlle, die einen Gastronomen kennen

Die Abkürzung, über die kaum jemand spricht: Ein Restaurant, das um 15 Uhr schließt, hat eine voll ausgestattete, geprüfte Küche, die 15 Stunden leer steht. Gemeindesäle, Vereinsheime, Bäckereien und Schulküchen sind dieselbe Geschichte. Viele vermieten günstiger als eine professionelle Mietküche — wie du das Gespräch führst, steht in Restaurantflächen außerhalb der Öffnungszeiten mieten.

Partyservice gründen in 8 Schritten

Der komplette Weg, in der richtigen Reihenfolge. Die meisten schaffen ihn in sechs bis zehn Wochen.

  1. Ruf die Lebensmittelüberwachung an. Beschreib genau, was du kochen und für wen du liefern willst, und frag, welche Auflagen für deine Küche gelten. Alles danach hängt an dieser Antwort.
  2. Melde das Gewerbe an. Beim Gewerbeamt deiner Stadt, oft online, 20 € bis 60 €. Als Einzelunternehmen brauchst du keine GmbH und kein Startkapital.
  3. Registrier dich als Lebensmittelunternehmer. Artikel 6 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004, bei der Lebensmittelüberwachung deines Landkreises. In der Regel kostenlos.
  4. Mach die Belehrung nach § 43 Infektionsschutzgesetz. Beim Gesundheitsamt oder einem zugelassenen Anbieter, 20 € bis 35 €, höchstens drei Monate vor dem Start. Bei Catering ist sie Pflicht.
  5. Hygieneschulung und HACCP-Konzept. Online-Schulung 20 € bis 80 €. Das Konzept ist bei Catering kein Formular, sondern dein echter Ablauf: Kühlen, Warmhalten, Transport, Temperaturen.
  6. Klär das Gaststättenrecht, wenn Alkohol dazu soll. Reine Speisenlieferung braucht nur die Gewerbeanmeldung. Sobald du Alkohol ausschenkst, verlangen die meisten Bundesländer eine Erlaubnis oder zumindest eine Anzeige, oft mit einer IHK-Unterrichtung für rund 50 € bis 90 €. Das Gaststättenrecht ist seit 2006 Ländersache und unterscheidet sich deutlich — frag dein Ordnungsamt.
  7. Meld dich bei der Berufsgenossenschaft BGN an (Pflicht, auch ohne Angestellte, innerhalb einer Woche) und schließ eine Betriebs- und Produkthaftpflicht ab, 150 € bis 500 € im Jahr. Deine private Haftpflicht deckt gewerbliche Tätigkeit nicht ab.
  8. Bau drei Pakete, nicht dreißig Gerichte — und buch zwei Termine zum Selbstkostenpreis. Die Babyparty einer Freundin und ein Büro-Mittagessen. Du kaufst dir damit echte Fotos, echte Bewertungen und einen echten Probelauf.

Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung schickst du innerhalb eines Monats über ELSTER ans Finanzamt. Dort wählst du auch die Kleinunternehmerregelung: umsatzsteuerfrei, solange dein Vorjahresumsatz unter 25.000 € lag und du im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitest. Was das Amt sonst noch von dir will, klärt brauche ich eine Erlaubnis, um Essen von zu Hause zu verkaufen.

Was der Start wirklich kostet

Du brauchst keine 20.000 €. Du brauchst die richtigen 1.500 €.

PositionSparsamer StartBequemer Start
Gewerbeanmeldung, Registrierung, Belehrung, Hygieneschulung80 €180 €
Betriebs- und Produkthaftpflicht (erstes Jahr)180 €400 €
Kaution und erster Monat Mietküche (falls nötig)0 €700 €
Thermoboxen (2 Stück)160 €450 €
Chafing Dishes, Brennpaste, Vorlegebesteck140 €350 €
Bleche, GN-Behälter, Transportkisten180 €400 €
Einweggeschirr und Verpackung (erste Aufträge)100 €250 €
Website, Menü-Link, Visitenkarten0 – 50 €200 €
Erste Warenbestellung220 €450 €
Gesamt≈ 1.060 €≈ 3.380 €

Zwei Dinge, die du gebraucht kaufen solltest: Bleche und GN-Behälter. Zwei Dinge, die du neu kaufen solltest: dein Thermometer und deine Thermoboxen. Eine Box, die die Temperatur nicht hält, ist der Weg, auf dem aus einer guten Veranstaltung eine Beschwerde beim Amt wird.

Nimm die Anlässe, die sich wirklich rechnen

Neue Anbieter jagen Hochzeiten. Hochzeiten sind der härteste Job im Catering — 150 Gedecke, ein Versuch, ein fremder Zeitplan und Kundschaft, die seit einem Jahr plant. Fang kleiner an. Kleine Feiern zahlen pro Lebensstunde besser.

AnlassGästePreis pro PersonDein UmsatzWarum er gut ist
Firmen-Mittagessen, geliefert15 – 4014 – 24 €210 – 960 €Wiederholt sich wöchentlich. Kein Wochenende
Büro-Frühstück20 – 509 – 15 €180 – 750 €Am Vorabend vorbereitet. Um 9 Uhr fertig
Geburtstag zu Hause25 – 5022 – 38 €550 – 1.900 €Entspannte Kundschaft, einfache Karten
Babyparty oder Junggesellinnenabschied20 – 3525 – 40 €500 – 1.400 €Wird viel fotografiert. Gutes Marketing
Grazing Table, kalte Tafel20 – 6012 – 22 €240 – 1.320 €Kein Kochen. Beste Marge auf dieser Liste
Freie Trauung, kleine Hochzeit20 – 5045 – 85 €900 – 4.250 €Hochzeitsgeld bei Dinnerparty-Aufwand
Trauerkaffee30 – 8015 – 28 €450 – 2.240 €Wird schnell entschieden, selten verglichen
Vereins- oder Mannschaftsessen20 – 4011 – 17 €220 – 680 €Immer dieselbe Karte. Verträge über eine Saison

Die Verschiebung, die du 2026 kennen solltest: Die Nachfrage ist kleiner und einfacher geworden. Freie Trauungen und Mikro-Hochzeiten unter 50 Gästen sind normal, kein Kompromiss. Die Rückkehr ins Büro hat Dienstag- und Mittwoch-Mittagessen zu einem der verlässlichsten Aufträge in der Gastronomie gemacht. Und Liefer-Catering — du bringst, baust auf und gehst wieder — ist das Format, nach dem Kundschaft zuerst fragt, weil es sie weniger kostet und dich fast keine Arbeitszeit.

Grazing Tables verdienen eine eigene Zeile. Es wird nicht gekocht, der Wareneinsatz liegt bei rund 35 %, und die Kundschaft fotografiert sie für dich. Es ist der einfachste bezahlte Auftrag, zu dem ein neuer Partyservice Ja sagen kann.

Die Rechnung für eine Feier mit 40 Gästen

Zahlen schlagen Theorie. Hier ein echtes Liefer-Büfett: 40 Gäste, zwei Hauptgerichte, zwei Beilagen, Salat, Brot, Einweg-Vorlegegeschirr, du baust auf und fährst wieder.

Umsatz: 40 × 28 € = 1.120 €

KostenBetrag
Wareneinsatz (30 % vom Umsatz)336 €
Einweggeschirr, Chafing Dishes, Brennpaste70 €
Küchenmiete (6 Std. × 25 €)150 €
Aushilfe im Minijob (5 Std. × 15 € plus rund 32 % Pauschalabgaben)99 €
Sprit und Kilometer30 €
Zahlungsgebühren (2 %)22 €
Gesamtkosten707 €
Gewinn413 € (37 %)

Du hast rund 14 Stunden gearbeitet — Einkauf, Vorbereitung, Kochen, Packen, Fahren, Aufräumen. Das sind knapp 30 € pro Stunde, bevor du irgendetwas am Unternehmen selbst verdient hast.

Kurz zur Aushilfe, weil das viele falsch rechnen: Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 13,90 € pro Stunde, die Minijob-Grenze entsprechend bei 603 € im Monat. Eine Aushilfe musst du bei der Minijob-Zentrale anmelden, und für dich kommen rund 32 % Pauschalabgaben oben drauf. Schwarz zu zahlen ist bei einer Kontrolle durch den Zoll das teuerste Missverständnis der Branche.

Und jetzt der Teil, der Catering interessant macht. Buch am selben Wochenende einen zweiten Termin mit derselben Karte, und dein Einkauf, deine Küchenzeit und dein Vorbereitungsblock ändern sich kaum. Die zweiten 1.120 € tragen vielleicht 480 € Kosten. Gleicher Tag, gleiche Karte, fast doppelter Gewinn. Das ist die ganze Wachstumsstrategie, und deshalb ist Batch Cooking mit Gewinn für einen Partyservice wichtiger als für jeden anderen.

Catering kalkulieren, ohne draufzuzahlen

Die meisten neuen Anbieter kalkulieren nach Gefühl und wundern sich später, wo das Geld hin ist. Nimm die Formel.

Preis pro Person = (Wareneinsatz pro Person × 3) + Servicekosten pro Person

Der Faktor 3 ist keine Gier. Er deckt Küchenmiete, Verpackung, Sprit, Versicherung, die Stunden, die du in Angebote steckst, die du nicht gewinnst, und den Gewinn, der aus einem Hobby ein Geschäft macht. Reines Liefer-Catering kann mit 2,5 laufen. Alles mit Personal vor Ort sollte bei 3 oder darüber liegen.

Wenn deine Wareneinsatzrechnung wackelt, repariere zuerst die — der schnellste Weg hinein ist Tellerkosten berechnen, und Wareneinsatz im Griff behalten hält es ehrlich, sobald Aufträge kommen.

Echte deutsche Catering-Preise pro Person, 2026:

ServicestilPreis pro Person
Lunchbox, geliefert9 – 18 €
Liefer-Büfett mit Einweggeschirr14 – 28 €
Büfett mit Aufbau und einer Servicekraft25 – 40 €
Family Style, Schüsseln auf den Tisch35 – 60 €
Tellergericht mit Servicepersonal45 – 90 €
Grazing Table, kalte Tafel12 – 22 €
Kaffee- und Kuchenstation6 – 12 €

Fünf Positionen, die in jedes Angebot gehören:

  • Mindestbestellwert. 300 € bis 450 €. Ein Auftrag für 12 Personen macht fast dieselbe Arbeit wie einer für 40.
  • Liefer- und Aufbaupauschale. 40 € bis 120 €, oder ab einer bestimmten Größe kostenlos.
  • Anfahrt. Innerhalb von 20 Kilometern frei, danach ein Kilometersatz. Schreib ihn ins Angebot, dann diskutiert später niemand.
  • Personal. Servicekräfte mit 30 € bis 45 € pro Stunde berechnen, bei vier Stunden Mindestabnahme. Zahlen tust du 15 € bis 22 € plus Abgaben.
  • Servicepauschale. 15 % bis 20 % bei Aufträgen mit Personal — und beschreib genau, was sie abdeckt.

Zum letzten Punkt: Anders als in den USA ist in Deutschland eine ausgewiesene Servicepauschale rechtlich unproblematisch, solange sie im Angebot steht und nicht als "Trinkgeld für das Personal" missverstanden werden kann. Trinkgeld ist in Deutschland freiwillig und gehört den Beschäftigten. Wenn du beides sauber trennst, gibt es nie eine unangenehme Frage. Warum die Unterscheidung zählt, erklärt unser Beitrag was eine Servicepauschale wirklich ist.

Zur Umsatzsteuer, weil hier gerade viel in Bewegung ist: Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in der Gastronomie in Deutschland dauerhaft der ermäßigte Satz von 7 %. Getränke bleiben bei 19 %, und reine Dienstleistungen wie Personalgestellung oder Geschirrverleih ebenfalls. Für einen Partyservice heißt das: Splitte deine Rechnung sauber in Speisen, Getränke und Serviceleistungen. Lass dir die Einordnung für dein konkretes Angebot einmal von einer Steuerberatung bestätigen, bevor du die erste Rechnung schreibst — bei Catering ist die Abgrenzung erfahrungsgemäß die häufigste Nachfrage der Betriebsprüfung.

Erhöh deine Preise einmal im Jahr. Der Einkauf wird jedes Jahr teurer, ob du reagierst oder nicht. Stille 5 % schlagen eine schmerzhafte 25-Prozent-Korrektur.

Bau eine Catering-Karte, keine Restaurantkarte

Ein Catering-Gericht hat eine Aufgabe, die ein Restaurantgericht nie hat: Es muss 90 Minuten nach der Pfanne noch gut sein, in einem Behälter, in einem Auto.

Die fünf Regeln:

  1. Es hält 90 Minuten. Schmorgerichte, Ofengemüse, Getreidesalate, Aufläufe, Eintöpfe, gezupftes Fleisch. Alles besser nach einer Ruhezeit.
  2. Nichts wird auf den letzten Drücker knusprig. Frittiertes reist schlecht. Alles Frittierte reist schlecht. Lern das an einem Übungstisch, nicht bei einer Kundin.
  3. Es skaliert in einem Behälter. Wenn die doppelte Menge zwei Techniken und drei Töpfe braucht, ist es ein Restaurantgericht. Streich es.
  4. Es übersteht einmal Aufwärmen. Teste das, bevor es auf die Karte kommt, nicht am Tag der Feier.
  5. Es lässt sich in einer Allergenzeile beschreiben. Einfache Gerichte sind sichere Gerichte.

Verkauf Pakete, keinen Katalog. Drei Optionen — grob 20 €, 28 € und 40 € pro Person — führen schneller zur Entscheidung als dreißig Einzelposten. Kundschaft will keine Karte entwerfen. Sie will hören, wie eine gute Wahl aussieht. Wie du diese Pakete formulierst, zählt mehr, als die meisten denken; Menübeschreibungen, die verkaufen gilt Wort für Wort auch fürs Catering.

Mach jedes Paket ernährungsfest. Bei 40 Gästen ist 2026 fast immer eine Person mit Zöliakie und eine vegane Person dabei. Bau in jedes Paket je eine starke Option ein, statt sie als Sonderwunsch zu behandeln. Das nimmt aus jeder Buchung eine Verhandlung heraus.

Und frag Allergien immer schriftlich ab. Eine Veranstaltung ist genau die Situation, in der "sie hat gesagt, da sind keine Nüsse drin" nicht reicht. Die 14 Allergene aus Anhang II der LMIV musst du auch bei loser Abgabe angeben — schriftlich am Büfett oder mündlich, wenn ein Schild darauf hinweist und die Angaben schriftlich vorliegen. Wie du diese Zeilen sauber baust, steht in Allergene auf einer digitalen Speisekarte angeben.

Angebot, Vertrag und Anzahlung

Am kaufmännischen Teil verlieren Partyservices Geld. Es ist auch der Teil, der sich am leichtesten reparieren lässt.

Antworte innerhalb von 24 Stunden. Wer eine Feier plant, schreibt drei oder vier Anbieter an. Die erste gute Antwort gewinnt einen großen Teil der Aufträge, und sie kostet nichts.

In dein Angebot gehören: Karte je Paket, Gästezahl, Preis pro Person, Liefer- und Aufbaupauschale, Anfahrt, Personalstunden, Servicepauschale, Umsatzsteuer, Gesamtsumme, fällige Anzahlung und der Stichtag für die endgültige Gästezahl. Eine Seite. Keine Überraschungen später.

Nimm eine Anzahlung. Immer. 25 % bis 50 %, bevor der Termin in deinen Kalender kommt. Ohne Anzahlung ist kein Datum reserviert. Diese eine Regel siebt fast jede schwierige Kundschaft vorher aus.

Setz einen Stichtag für die endgültige Personenzahl — 7 bis 10 Tage vor der Feier. Danach darf die Zahl steigen, aber nicht mehr fallen. Du kaufst gegen diese Zahl ein.

Schreib eine Stornostaffel in den Vertrag:

  • Mehr als 30 Tage vorher: Anzahlung bleibt, sonst nichts
  • 14 bis 30 Tage: 50 % der Summe
  • Unter 14 Tagen: 100 %, abzüglich ersparter Aufwendungen

Der Zusatz "abzüglich ersparter Aufwendungen" ist wichtig. Gegenüber Privatkundschaft muss eine Stornoklausel in deinen AGB transparent und angemessen sein — eine pauschale Vollzahlung ohne jede Anrechnung hält im Streitfall selten.

Ein deutscher Vorteil, den kaum jemand kennt: Wenn du den Vertrag am Telefon oder per E-Mail schließt, ist das ein Fernabsatzvertrag mit Widerrufsrecht — normalerweise. Für die Lieferung von Speisen und Getränken zu einem bestimmten Termin gilt aber die Ausnahme nach § 312g Absatz 2 Nummer 9 BGB. Deine Kundschaft kann eine gebuchte Feier also nicht einfach binnen 14 Tagen widerrufen. Ein Satz dazu im Vertrag erspart dir eine unangenehme Diskussion.

Kassier den Restbetrag vor Servicebeginn. Nicht danach. Nicht "wir rechnen am Ende ab". Geld nach einer Veranstaltung hinterherzulaufen ist der unangenehmste Job der Branche.

Ablaufplan für eine Feier mit 40 Gästen

Kleine Veranstaltungen scheitern am Timing, nicht am Kochen. Schreib das einmal auf und benutz es für immer.

WannWas passiert
10 Tage vorherEndgültige Gästezahl bestätigt. Allergien schriftlich bestätigt
5 Tage vorherBestellung raus. Küchenzeit gebucht. Aushilfe bestätigt
2 Tage vorherEinkauf. Saucen, Schmorgerichte und Dressings vorbereiten — alles, was über Nacht besser wird
Tag davorGroßes Kochen. Richtig abkühlen. Jeden Nicht-Lebensmittel-Gegenstand in eine beschriftete Kiste packen
Tag X, −4 Std.Warme Gerichte fertigstellen. Auto packen: Kaltes zuletzt rein, zuerst raus
Tag X, −90 Min.Beladen. Temperatur messen und notieren, bevor du losfährst
Tag X, −60 Min.Ankommen. Aufbauen. Vor Ort erneut messen
Tag X, −15 Min.Essen raus, Schilder hoch, Brennpaste an, Fotos machen
DanachAusrüstung einsammeln, den Raum sauberer hinterlassen, als du ihn vorgefunden hast, Dankesnachricht und Bewertungslink schicken

Die letzte Zeile ist ein Marketingschritt, der wie eine lästige Pflicht aussieht. Ein Dankeschön am selben Tag bringt ungefähr dreimal so viele Bewertungen wie eine Nachricht drei Tage später.

Lebensmittelsicherheit unterwegs

Hier unterscheidet sich Catering wirklich vom Kochen zu Hause, und genau hier schaut die Kontrolle hin. Die Orientierung in Deutschland gibt die DIN 10508 (Temperaturen für Lebensmittel):

  • Warmhalten bei mindestens 65 °C, und nicht länger als drei Stunden. Danach sinkt die Qualität, und das Risiko steigt.
  • Leicht verderbliche kalte Speisen bei höchstens 7 °C. Hackfleisch 2 °C, Geflügel 4 °C, Fisch auf Schmelzeis, Tiefkühlware −18 °C.
  • Richtig abkühlen. Heiß hergestellte Speisen zügig herunterkühlen, als Zielwert unter zwei Stunden auf 7 °C oder kälter. Flache Behälter, keine tiefen Töpfe. Das ist der Schritt, den Hobbyköche am häufigsten falsch machen.
  • Temperaturen protokollieren. Vor dem Beladen, bei der Ankunft und vor dem Servieren. Eine Notiz im Handy mit Uhrzeit reicht, und sie hat schon vielen viel Ärger erspart.
  • Roh und gegart teilen nie eine Kühlbox. Nie.
  • Bring eine Handwaschmöglichkeit mit, wenn die Location keine hat — Wasserkanister mit Hahn, Seife, Einmalhandtücher.
  • Beschrifte jeden Behälter mit Gericht, Datum und Allergenen. Deine Schilder sind dein Nachweis.

Und ein deutscher Punkt, den englische Ratgeber gar nicht kennen: Rückstellproben. Bei der Verpflegung größerer Gruppen verlangen viele Veterinärämter, dass du von jedem Gericht rund 100 Gramm zurückstellst, beschriftet mit Datum und Gericht, mindestens sieben Tage bei −18 °C gelagert. Bei einem Verdacht auf eine Lebensmittelinfektion ist diese Probe dein einziger Entlastungsbeweis. Die Anforderungen sind Ländersache und werden unterschiedlich gehandhabt — frag beim ersten Telefonat direkt danach. Es kostet dich ein paar Gefrierbeutel und kann dein Geschäft retten.

Kauf ein gutes Digitalthermometer und kalibrier es einmal im Monat in Eiswasser. Ein Werkzeug für 25 €, das alles andere schützt, was du aufgebaut hast.

So bekommst du deine ersten 10 Aufträge

Die ersten zwei Veranstaltungen kommen von Leuten, die dich kennen. Nummer drei bis zehn sind der echte Test, und die kommen aus einem System.

  • Geh zuerst aufs Firmen-Mittagessen. Kleine Büros bestellen jede Woche, entscheiden in einer E-Mail und zahlen pünktlich. Stell an einem Dienstag bei zehn Firmen in der Nähe eine kostenlose Probierplatte mit einer gedruckten Karte ab. Das wirkt besser als jede Anzeige.
  • Leg ein Google-Unternehmensprofil an. Wer "Catering in meiner Nähe" für eine Feier mit 30 Gästen sucht, will heute buchen. Es ist kostenlos.
  • Freunde dich mit denen an, die Feiern vor dir sehen — Eventfotografinnen, Floristen, kleine Locationbetreiber, Bestattungsunternehmen für den Trauerkaffee, Partyverleihe, Hebammen für die Babyparty, freie Trauredner. Eine gute Location-Beziehung ist mehr wert als ein Jahr Posten.
  • Zeig die Tafel, nicht den Teller. Ganze Grazing Tables, Büfettreihen, das gepackte Auto. Kundschaft muss sich ihre eigene Feier vorstellen, und eine Nahaufnahme von einem Gericht leistet das nicht.
  • Frag die Empfehlung laut ab. "Wenn du jemanden kennst, der im Herbst etwas Kleines plant, freu ich mich über eine Vorstellung." Die meisten sagen Ja, und von allein sagt es niemand.
  • Hab einen Link, über den man bestellen kann. Kein PDF, das sich auf dem Handy quer öffnet. Kein "schreib mir für die Karte".

Der letzte Punkt ist der stille Unterschied zwischen Anbietern, die gebucht werden, und Anbietern, die chatten. Wenn deine Karte gerade in einem PDF steckt, dauert aus einem PDF-Menü einen digitalen Menü-Link machen etwa 20 Minuten. Für den größeren Plan deckt Kundschaft jenseits von Freunden und Familie gewinnen ab, was zu tun ist, wenn die warme Liste leer ist.

Sieben Fehler, die Partyservices beenden

  1. Zu billig anbieten, um den Auftrag zu bekommen. Du willst die Kundschaft nicht, die dich gewählt hat, weil du 200 € günstiger warst. Sie wird die anstrengendste sein, für die du je gearbeitet hast.
  2. Keine Anzahlung. Eine abgesagte Feier mit 350 € bereits gekaufter Ware ist eine sehr teure Lektion.
  3. Ja sagen zu einer Karte, die du in dieser Menge nie gekocht hast. Teste in voller Chargengröße oder sag ab.
  4. Die eigenen Stunden vergessen. Wenn der Gewinn 300 € ist und du 20 Stunden gearbeitet hast, sind das 15 € die Stunde. Zähl sie jedes Mal.
  5. Zu schnell in Hochzeiten wachsen. Eine misslungene Hochzeit mit 150 Gästen kann ein junges Geschäft beenden. Mach erst zehn kleine Feiern.
  6. Keine Versicherung. Betriebs- und Produkthaftpflicht ist keine Kür. Wenn nach deinem Büfett zwanzig Leute krank werden, zahlt deine private Haftpflicht keinen Cent.
  7. Kochen, wo du nicht kochen darfst. Die Ersparnis ist echt. Die Untersagungsverfügung auch. Mehr dazu in Fehler, die Heimküchen das Genick brechen.

Wenn aus kleinen Feiern ein echtes Geschäft wird

Achte auf vier Signale. Wenn drei davon zusammen auftauchen, wird es Zeit, größer zu denken.

  • Du sagst Termine ab, weil die Küche nicht frei ist, nicht weil dir das Können fehlt.
  • Deine Küchenmiete überschreitet, was eine kleine eigene Fläche kosten würde.
  • Du machst mehr als acht Veranstaltungen im Monat, und die Vorbereitung blutet in jeden Tag.
  • Du brauchst jede Woche Hilfe, nicht nur bei den großen Terminen.

Das ist der Moment, sich den Wechsel in eine Gewerbeküche anzusehen und beim Timing ehrlich zu sein — dazu passt wann du dein Food-Business hauptberuflich machst. Viele Partyservices bleiben bewusst nebenberuflich und machen mit zwei Veranstaltungen im Monat rund 25.000 € im Jahr. Das ist eine völlig legitime Ziellinie.

Häufige Fragen zum Partyservice von zu Hause

Darf ich in Deutschland legal von zu Hause aus Catering machen? Ja. Anders als in den USA erlaubt das EU-Hygienerecht die Zubereitung in privaten Wohnräumen ausdrücklich (Anhang II Kapitel III der Verordnung (EG) Nr. 852/2004). Du meldest ein Gewerbe an, registrierst dich als Lebensmittelunternehmer, machst die Belehrung nach § 43 IfSG und führst ein HACCP-Konzept. Sprich dein Vorhaben vorher mit der Lebensmittelüberwachung ab, weil sie bei warmen Speisen genauer hinschaut.

Was kostet es, einen Partyservice von zu Hause zu gründen? Rund 1.000 € bis 3.400 €. Die Hauptposten sind Anmeldungen und Schulungen, Haftpflichtversicherung, Thermoboxen, Chafing Dishes, GN-Behälter und die erste Warenbestellung. Du brauchst weder einen Transporter noch ein Ladenlokal noch einen Kühlraum.

Wie viel soll ich pro Person berechnen? 14 € bis 28 € für Liefer-Büfetts, 25 € bis 40 € für Büfetts mit einer Servicekraft, 45 € bis 90 € für Tellergerichte mit Personal. Bau den Preis aus der Formel — Wareneinsatz pro Person mal drei — und nenn nie eine Zahl, die du nicht kalkuliert hast.

Wie viel Gewinn macht ein Partyservice? Eine gut geführte kleine Veranstaltung lässt 25 % bis 40 % vom Umsatz als Gewinn übrig. Liefer-Catering und Grazing Tables liegen oben in dieser Spanne, weil kaum Personal nötig ist. Der Wareneinsatz sollte bei rund 30 % deines Preises bleiben.

Wie viele Gäste schafft eine Person allein? Etwa 30 bis 40 bei einem Liefer-Büfett, wenn die Karte dafür gebaut ist. Darüber brauchst du eine Aushilfe. Bei Veranstaltungen mit Service rechnest du eine Servicekraft je 25 Gäste am Büfett und je 12 bis 15 Gäste beim Tellerservice.

Brauche ich eine Versicherung für eine private Feier? Ja. Eine Betriebs- und Produkthaftpflicht kostet für einen kleinen Partyservice 150 € bis 500 € im Jahr und ist der wichtigste Schutz, den du hast. Deine private Haftpflicht deckt gewerbliche Tätigkeit ausdrücklich nicht ab. Für Alkoholausschank brauchst du je nach Bundesland zusätzlich eine Erlaubnis oder eine Anzeige.

Brauche ich eine Konzession, wenn ich Alkohol ausschenke? In vielen Bundesländern ja, in einigen reicht inzwischen eine Anzeige. Das Gaststättenrecht liegt seit 2006 bei den Ländern und ist unterschiedlich geregelt. Häufig wird eine IHK-Unterrichtung verlangt (rund 50 € bis 90 €). Für einzelne Feiern gibt es die vorübergehende Gestattung. Frag dein Ordnungsamt, bevor du Getränke ins Angebot schreibst.

Wie weit im Voraus sollte gebucht werden? Zwei bis vier Wochen bei kleinen Feiern, drei bis sechs Monate bei freien Trauungen und Weihnachtsfeiern. Nimm eine Anzahlung, egal wie weit der Termin weg ist.

Womit fängt man beim Catering am besten an? Mit Grazing Tables und Firmen-Mittagessen. Kein Kochen vor Ort, verzeihende Zeitpläne, wenig Personal, gute Margen — und beides lässt sich hervorragend fotografieren, was dir die nächste Buchung bringt.


Catering für kleine Feiern ist eines der wenigen Lebensmittelgeschäfte, bei dem die Rechnung ab Tag eins aufgeht. Keine Ladenmiete. Kein Gastraum. Kein Personal auf der Lohnliste. Nur eine sauber angemeldete Küche, eine Karte, die den Transport übersteht, ein Preis mit einem echten Faktor dahinter und eine Anzahlung, bevor der Termin im Kalender steht.

Also mach die Version dieser Woche: Ruf die Lebensmittelüberwachung an, entscheide dich für deinen Küchenweg und schreib drei Pakete zu 20 €, 28 € und 40 € pro Kopf. Dann leg sie hinter einen Link, über den Leute bestellen können — ein kostenloses Werkzeug wie Tabres hostet deine Karte, nimmt Bestellungen an und führt die 15 Allergene mit, ohne dich etwas zu kosten, und warum das kostenlos ist, steht öffentlich da. Es funktioniert mit jedem Werkzeug; die Schritte oben sind egal, welches du nimmst.

Buch zwei Termine zum Selbstkostenpreis für deine Fotos und deine ersten Bewertungen. Ab Termin drei kalkulierst du richtig. Vierzig Gäste, ein Wochenende, 413 € Gewinn — zweimal im Monat wiederholt — sind ein echtes Geschäft, und es beginnt in einer Küche, die du schon hast.